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Einzelhandel und Grüne sagen „Nein!“ zu weiterem Discounter im Soester Norden

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Von: Achim Kienbaum

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Diesen Acker würde die Kreishandwerkerschaft gerne an die Norma-Gruppe verpachten.
Diesen Acker würde die Kreishandwerkerschaft gerne an die Norma-Gruppe verpachten. Gegen Pläne, dort einen Discounter zu bauen, regt sich aber Widerstand. © Kienbaum


Was Kreishandwerkerschaft und Norma-Gruppe im Norden der Stadt vorhaben, fällt mehr in die Kategorie Klotzen als Kleckern: Die Handwerker wollen umfangreich modernisieren, die international engagierte Discounter-Kette will einen großen Markt mit angeschlossener Gastronomie bauen. Gegen Letzteres regt sich allerdings Widerstand.

Soest - Im Verein Soester Wirtschaft (VSW) sind unter anderem viele der Einzelhändler vertreten – und die sind alles andere als erfreut darüber, dass die Zahl der Discounter-Märkte am Stadtrand (noch) weiter steigen soll. Warum sie diese weitere Konkurrenz an der Peripherie ablehnen, erklärt der VSW-Vorsitzende Martin Jochem in einem Schreiben an die im Rat vertretenen Fraktionen, das unserer Zeitung vorliegt.

Jochem verweist auf Diskussionen und Beschlüsse der Politik in der Vergangenheit, unter anderem im Einzelhandelskonzept für die Stadt, in denen der Bedarf an Verkaufsflächen festgestellt wurde. Tenor: Gerade unter Berücksichtigung der erst jüngst erfolgten Vergrößerung des Aldis am Bergenring und des seit Langem bestehenden Penny-Marktes in dem Viertel gebe es dort bereits zwei Discounter, die fußläufig erreichbar seien.

Betriebswirtschaftlich sei der Wunsch der Kreishandwerkerschaft zwar nachzuvollziehen, die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche langfristig an Norma zu verpachten, aber bei einem Discounter fehle „jeglicher Bezug zur Kreishandwerkerschaft“, schreibt Jochem.

„Discounter unterlaufen Beschränkungen“

Er verweist zudem auf die umfangreichen Non-Food-Sortimente der Discounter generell, die dem ohnehin durch die Online-Konkurrenz gebeutelten stationären Einzelhandel in der Innenstadt das Leben jetzt schon schwer machen. Vorgeschriebene Beschränkungen des Non-Food-Segments würden von den Discountern „zusehends unterlaufen“.

Jochem fragt daher, wohl eher rhetorisch: „Sollen nun ernsthaft weitere 240 Quadratmeter (Verkaufsfläche für Non-Food-Angebote) bei Norma dazukommen?“. Das entspreche gleich mehreren kleineren Läden in der Innenstadt.

Seine Bitte daher an die Politik: Die nötige Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplans für den betroffenen Bereich sollte die Politik nicht mittragen.

Grüne wollen keine „tote Innenstadt“

Zumindest bei den Grünen scheint Jochem damit die sprichwörtlichen offenen Türen einzurennen. In einer Pressemitteilung wird Werner Liedmann, Mitglied des Stadtentwicklungsausschusses, in dessen Sitzung am Donnerstag, 13. Januar, (18 Uhr im Ratssaal) das Thema auf der Tagesordnung steht, zitiert: „Wir wünschen keine tote Innenstadt“. Die Grünen würden eine Norma-Ansiedlung daher ablehnen.

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