Situation im Kreis Soest entspannt:

Krankenhäuser trotzen Corona-Welle - Kreisweit 17 freie Intensivbetten

So sieht es auf der Intensiv-Abteilung des Marienkrankenhauses aus.
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So sieht es auf der Intensiv-Abteilung des Marienkrankenhauses aus.

Soest – Keine Kapazitäten mehr in den Intensivstationen? Kein Personal für immer mehr Covid-Patienten? Die Schreckens-Szenarien aus Teilen Deutschlands gelten für den Kreis Soest derzeit nicht. Das zeigt ein Blick auf den Belegungsplan, den das Robert Koch-Institut täglich im Internet unter der Adresse www.intensivregister.de aktualisiert.

Fast jedes vierte Bett ist frei

73 Intensivbetten für Erwachsene gibt es aktuell im Kreis Soest. Am Mittwoch waren 9 (12,3 Prozent) davon mit Covid-Patienten belegt, 6 Covid-Patienten mussten beatmet werden. 17 Betten (23,3 Prozent) waren frei. Anders sieht es zum Beispiel im Kreis Höxter aus. Da wies das Register am Mittwoch nur noch ein einziges freies Bett auf den Intensivstationen aus. 11 von 29 Betten (37,9 Prozent) waren am Mittwoch dort von Covid-Patienten belegt. Das entspricht einer freien Quote von 3,4 Prozent.

„Wir haben hier bei uns noch nicht das Problem, Patienten aus anderen Kreisen zu uns verlegen zu müssen“, weist Hans-Peter Trilling als Leiter des Krisenstabes beim Kreis Soest auf eine vergleichsweise entspannte Situation hin. Eine bundesweite Arbeitsgruppe habe gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut die Republik in fünf „Kleeblätter“ aufgeteilt. Eines dieser Kleeblätter sei Nordrhein-Westfalen. Deshalb würden Patienten derzeit bei Bedarf ausschließlich innerhalb des Bundeslandes in andere Kliniken verlegt. „Das ist aber noch nicht der Fall“, so Trilling.

Wir haben hier bei uns noch nicht das Problem, Patienten aus anderen Kreisen zu uns verlegen zu müssen.

Hans-Peter Trilling, Leiter des Krisenstabs

Die Lage in den NRW-Kliniken insgesamt sei sogar so entspannt, dass man über eine Koordinierungsstelle in Münster Anfragen aus Holland, Frankreich und Italien bearbeite. „Und tatsächlich befindet sich gerade ein Covid-Patient aus Holland auf einer Intensivstation im Kreis Soest“, erklärt der Leiter des Krisenstabes.

Anders sehe es etwa im Osten Deutschlands aus. Dort würden in dem zuständigen Kleeblatt-Bereich bereits Patienten aus Kliniken aufgrund von Kapazitäts-Engpässen verlegt – und das auch über Kreis- und Regierungsbezirks-Grenzen hinweg.

Normales Alltagsgeschäft in beiden Soester Häusern

Sebastian Narten als Leiter der Kreisleitstelle des Kreises Soest verweist auf ein „normal laufendes Alltagsgeschäft“. „Bei uns sprechen sich die Kliniken untereinander ab, wenn es mal Engpässe gibt“, so Narten. Dabei komme es in Einzelfällen auch außerhalb der Corona-Krise vor, dass Patienten in Häuser außerhalb des Kreises gebracht werden. Anfragen zur Übernahme von Covid-Patienten habe es bisher noch keine gegeben.

„Hier läuft die Versorgung auch mit allen anderen Indikationen ganz normal“, verweist Frank Beilenhoff als Sprecher des Klinikums Stadt Soest auf den derzeitigen Betrieb im Haus. Es gebe für den Fall einer großen Steigerung an Patienten aber auch Notfallkonzepte. Personell habe das Haus – ebenso wie die allermeisten Krankenhäuser in Deutschland – derzeit stärker mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Gleichwohl aber könne das Klinikum Stadt Soest die Betreuung sämtlicher Patienten auch auf den Intensivstationen gewährleisten. „Deshalb fordern wir alle Patienten dringend auf, mit allen Indikationen zu uns zu kommen“, lautet der Appell von Frank Beilenhoff.

„Sehr anspruchsvolle Situation“

Ähnlich sieht es im Soester Marienkrankenhaus aus. Von einer „sehr anspruchsvollen Situation“ spricht Karin Riedel. Die Sprecherin des Hauses sagt aber auch: „Personell, organisatorisch und strukturell arbeiten wir mit höchstem Engagement und voller Konzentration im Intensivbereich für die Patienten. Derzeit sind die Kapazitäten ausreichend.“ Auch personell sehe es gut aus, es gebe ausreichend pflegerisches und ärztliches Personal.

Das gilt auch im Marienkrankenhaus für alle anderen Erkrankungen. „Der Normalbetrieb im Marienkrankenhaus läuft“, so Karin Riedel.

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