Leute hörten wohl nur "kostenlos" und "Sperrmüllabfuhr"

Kostenlose Sperrmüllabfuhr für Soester Flutopfer: Viele Trittbrettfahrer nutzen Aktion schamlos aus

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Sperrmüll so weit das Auge reicht. Und der liegt nicht nur in Straßen, die vom Hochwasser heimgesucht worden sind.

Soest - Die Botschaft war eindeutig: Wer Hochwasserschäden  vergangenen Freitag erlitten hat und sich von verrotteten Möbeln und anderem Hausrat trennen will – dem bietet die Stadt  eine kostenlose Sperrmüll-Abfuhr an. In manchen Stadtteilen sind seither ganze Straßenzüge mit meterhohen Müllbergen  gesäumt.

Und die Türmen sich nicht nur in Straßen, die vom Wasser heimgesucht worden sind, sondern auch in Vierteln, wo kein einziger Keller vollgelaufen ist. „Das wird so schamlos ausgenutzt“, sagt Brigitte Sehmi vom Awo-Bewohnerzentrum in der englischen Siedlung.

Sie wohnt selber dort und weiß, dass ihr Haus und auch die Gebäude nebenan von den Wasserfluten verschont geblieben sind. Trotzdem stapeln sich hier alte Sofas, ausrangierte Kühlschränke und anderer „Mist“. 

Unwetter überflutet Teile von Soest

Die Müllabfuhr kommt bei den Riesenbergen kaum mehr hinterher, die Straßen zu räumen. Vor der Kita in der englischen Siedlung mussten die Erzieherinnen gestern sogar erst einmal den Eingang freiräumen; auch hier liegen Berge voller ausrangierten Hausrats.

Sehmi vermutet, die Botschaft sei in dem Viertel, wo Menschen aus über 60 Herkunftsländern leben, durch Mund-zu-Mund-Propaganda völlig falsch am Ende angekommen. „Die Leute haben nur „kostenlos“ und „Sperrmüllabfuhr“ verstanden. 

„Für die Stadt steht akut die Notfallhilfe für die Betroffenen im Vordergrund“, sagt Rathaus-Sprecher Thorsten Bottin. Er appelliert an alle anderen, die Aktion nicht zu missbrauchen.

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