Drei Inhaberinnen berichten

Große Freude, große Fragezeichen: Kosmetik- und Nagelstudios dürfen wieder öffnen

Sie dürfen am Montag endlich wieder öffnen. Das ist die gute Nachricht für die Kosmetik- und Nagelstudios im Land. Aber was sie dabei genau beachten müssen, ist alles andere als klar. Drei Inhaberinnen von Studios haben da noch eine Menge Fragen - vor allem zu den Schnelltest-Regeln.

Kreis Soest – Am 30. Oktober gehörten Luzia Dreyer und Anna Lietz in Soest sowie Tina Groß-Rutten in Bad Sassendorf zu den Inhaberinnen von Kosmetikstudios und Nagelstudios, die im Anzeiger vom großen Ansturm von Kundinnen vor dem Beginn des Corona-Lockdowns berichteten.

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Der war auch für Kosmetikstudios damals zunächst für einen Monat geplant. Am Donnerstag, mehr als vier Monate später, erfuhren die drei, dass sie am kommenden Montag als „Betriebe für körpernahe Dienstleistungen“ endlich wieder öffnen können. Die Freude darüber ist groß - noch größer aber sind die Fragezeichen, die sie zu den Regeln - insbesondere zu den Corona-Schnelltests - haben.

Für alle drei Frauen begann der Donnerstag früh: Bei Luzia Dreyer im Soester Norden klingelte die erste Kundin um 6.30 Uhr an, um ganz sicher auch so schnell wie möglich einen Termin zu bekommen – Tina Groß-Rutten verkündete nur wenig später die frohe Botschaft von der Wiedereröffnung am Montag in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe mit ihren Mitarbeiterinnen.

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Ebenfalls früh am Morgen griff Dreyer dann auch bereits selber zum Telefon und rief in Düsseldorf an, um aus erster Hand Antworten auf drängende Fragen zum Corona-Testkonzept zu bekommen, das ein zentraler Bestandteil der am Mittwochabend beschlossenen und anschließend verkündeten Lockerungen ist. Von der Landesregierung kam aber wenig Erhellendes: „Ich habe da nur gehört, dass man selber noch auf Details der Ausführungsbestimmungen wartet“, erklärte sie am Donnerstagvormittag. Jetzt hofft sie, dass spätestens im Laufe des heutigen Freitags klarer wird, was genau von ihr und ihren Kundinnen erwartet wird in Sachen Schnelltest.

Ende Oktober musste Tina Groß-Rutten ihr Studio in Bad Sassendorf schließen. Da ahnte sie noch nicht, dass es über vier Monate bis zur Wiedereröffnung dauern würde.

Tina Groß-Rutten hat sich bereits in den vergangenen Tagen nach Bestellmöglichkeiten für die Corona-Schnelltests erkundigt, dabei aber lediglich herausgefunden, dass sie vor Mitte des Monats wohl keine Lieferung bekommen wird. So lange wollen die Kundinnen, und sie selber ebenfalls, natürlich nicht warten. Und spätestens da beginnen die Fragezeichen: Können die Schnelltests ab Montag im Studio selber durchgeführt werden oder reicht ein entsprechendes Dokument, das die Kundin mitbringt? Wo können Schnelltests jetzt tatsächlich schnell, also noch an diesem Wochenende, erworben werden? Und wer wird die Kosten dafür tragen?

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Diese Sorgen hat Anna Lietz nicht: Als Inhaberin eines reinen Nagelstudios an der Niederbergheimer Straße können ihre Kundinnen die obligatorischen Masken auch während der Behandlung tragen – damit entfällt, so sieht es jedenfalls bislang aus, die Verpflichtung für sie, einen aktuellen Corona-Schnelltest vorlegen zu müssen. Ganz so wie vorher wird der Betrieb allerdings auch nicht ablaufen: Zu den bereits bekannten Vorgaben für die Wiedereröffnung von Nagelstudios gehört es, dass rund um Mitarbeiterin und Kundin 20 Quadratmeter freie Fläche sein müssen – bis Montag wird auch diese Anforderung erfüllt sein.

Gänzlich untätig ist in den vergangenen Monaten sowieso keine der Drei geblieben: Alleine schon die Bewältigung des Papierkrams, der auch während der Schließung nicht weniger wurde, forderte viel Aufmerksamkeit und Zeit. Und Tina Groß-Rutten nutzte die günstige Gelegenheit auch noch, um sich als Heilpraktikerin ausbilden zu lassen.

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Rubriklistenbild: © Peter Dahm

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