Klaus Fischers Garten-Tagebuch

Die korrekte Fruchtfolge hilft Heimgärtner und Pflanzen

„Mit dem unkrautfreien Bördekompost habe ich gute Erfahrungen gemacht.“ – Klaus Fischer kauft ihn konkurrenzlos preiswert als lose Ware im Anhänger in den Kompostwerken in Werl oder Anröchte.
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„Mit dem unkrautfreien Bördekompost habe ich gute Erfahrungen gemacht.“ – Klaus Fischer kauft ihn konkurrenzlos preiswert als lose Ware im Anhänger in den Kompostwerken in Werl oder Anröchte.

Das schöne Wetter animiert die Menschen, im Garten eifrig loszulegen, zumal Gartenarbeit eine gute Ablenkung vom Corona-Stress ist. Aber aufgepasst: Man sollte nicht wahllos drauflospflanzen. Weiter geht es mit unserer Garten-Serie.

Soest – Wie bei den Bauern muss man im Nutzgarten eine bestimmte Fruchtfolge einhalten. Grundsätzlich gilt, dass man nicht Jahr für Jahr die Beete mit immer den gleichen Pflanzen bebaut. Der Boden laugt durch solche einseitige Nutzung schnell aus, der Ernteerfolg wird kümmerlicher. Also sollte ständig gewechselt werden. Dabei gilt eine Dreijahrs-Regel. Rotiert wird folgendermaßen: Auf Starkzehrer folgen Mittelzehrer und im dritten Jahr Schwachzehrer. Gemeint ist damit, welche Ansprüche die Gewächse an den Nährstoffgehalt im Boden stellen.

Starkzehrer sind alle Pflanzen, die in einer Saison enorme Wuchskraft entfalten und Erträge bringen wie Kartoffeln, Tomaten, alle Kohlsorten, Kürbisse, Gurken, Lauch und Sellerie. Mittelzehrer sind Wurzelgemüse wir Möhren, Zwiebeln, Knoblauch und Rote Bete, ferner Salate, Spinat, Kohlrabi, Radieschen und Paprika. Schwachzehrer sind Bohnen, Erbsen und diverse Kräuter. 

Will man dieses System einrichten, muss man demzufolge die Anbaufläche dritteln. Die Anbaugattungen wandern demzufolge im Dreijahresrhythmus einmal durch die gesamte Anbaufläche. 

Für die Starkzehrer gibt man Kompost in den Boden sowie organischen Dünger wie Mist, Stalldung, Guano und Hornspäne und diverse Blut- und Steinmehle. Mist und Dung dürfen keinesfalls frisch sein, sondern müssen auf dem Kompost gereift, sprich verrottet werden. Im Laufe des Jahres gibt es weitere Düngergaben. 

Mittelzehrer brauchen im Folgejahr auf der gleichen Fläche die starke Anfangsdüngung nicht mehr, lediglich etwas Kompost gibt es und zur Hauptwachstumszeit eine leichte Düngergabe. Im Jahr drauf kommen die Schwachzehrer mit den letzten Düngerresten im Boden und etwas Kompost gut klar. Danach startet das Anbauschema wieder von vorne mit den Starkzehrern und voller Düngergabe. 

Wer es nicht so biologisch will, der kommt natürlich auch mit einem handelsüblichen Volldünger klar, der entsprechend dosiert werden muss. 

Ein anderes System ist die Mischkultur. Hier wird nicht mehr im Dreijahresrhythmus gearbeitet. Das Prinzip heißt Mischen der verschiedenen Kulturen, wobei allerdings darauf geachtet werden muss, wie lange die Gewächse an ihrem Standort verbleiben. Einige Pflanzen benötigen die gesamte Saison, während andere schon nach kurzer Zeit Platz machen für Nachfolgekulturen. Außerdem sollte man bedenken, dass sich einige Pflanzennachbarn gut vertragen, andere sich aber gar nicht „riechen“ können. Mischkultur hat einige Vorteile beim Thema Dünger und Fruchtwechsel sowie Pflanzenschutz, benötigt auf der anderen Seite aber auch eine gute Planung und genaue Kenntnisse der Pflanzennachbarschaften. 

Wer sich da informieren will, dem empfehle ich das Buch „Gesunder Garten durch Mischkultur“ von Gertrud Franck im Verlag Südwest. 

Noch ein Wort zum Kompost. Natürlich habe ich einen großen Kompostplatz in meinem Garten gebaut, auf dem anfangs alle Grünabfälle gelandet sind. Im Jahr drauf hat sich das aber böse gerächt. Statt schöner Nutzpflanzen hatte ich auf den mit dem eigenen Kompost versorgten Beeten einen grünen Dschungel, weil Unkrautsamen und Wurzeln in meinem Kompost nicht unschädlich gemacht worden sind und sich über meine gut vorbereiteten Beete bestens gefreut haben und munter draufloswucherten.

Deswegen trenne ich jetzt strikt nach Küchenabfällen und Grünabfällen aus dem Garten. Da ich aber viel zu wenig eigenen Kompost für meine Gartenfläche habe, hole ich mir in Werl oder Anröchte beim Kompostwerk der ESG immer einen Anhänger voll preiswerten losen Kompost, den man auch in kleineren Mengen eingetütet (teurer) bekommen kann. Der Gartenhandel hält ebenfalls Vergleichbares bereit. 

Mit dem ESG-Kompost habe ich gute Erfahrungen gemacht. Er ist garantiert unkrautfrei, weil die Grünabfälle aus der grünen Tonne bei entsprechend hohen Temperaturen verrotten und Keime und Wurzeln dabei unschädlich gemacht werden. Der ESG-Kompost ist außerdem zertifiziert.

Serie rund um das Thema Garten

Viel Zeit haben Menschen in Corona-Zeiten. Wer einen Garten hat, kann diese jetzt nutzen, um sein Grün für die Saison startklar zu machen. Gewöhnlich ist der eigene Garten Corona-frei. Der frühere Anzeiger-Redakteur Klaus Fischer, der auch der 1. Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Soest ist, wird in lockerer Folge hier sein Gartentagebuch veröffentlichen. Darin finden sich viele interessante Tipps rund um den Garten und die Natur. Er besitzt einen sehr großen Garten mit vielen Zierbeeten, aber auch einen Nutzgarten nebst Gewächshäusern sowie zahlreiche Beeren- und Obstgehölze. Jede Menge gibt es dort zu tun. Davon wird er in seinem Tagebuch berichten wie auch aus seinem reichen Erfahrungsschatz, den er in über 40 Jahren als Freizeitgärtner erworben hat.

Serie rund um das Thema Garten

Viel Zeit haben etliche Menschen in Corona-Zeiten. Wer einen Garten hat, kann diese jetzt nutzen, um sein Grün für die Saison startklar zu machen. Gewöhnlich ist der eigene Garten Corona-frei. Der früher Anzeiger-Redakteur Klaus Fischer, der auch der 1. Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Soest ist, wird in lockerer Folge hier sein Gartentagebuch veröffentlichen. 

Darin finden sich viele interessante Tipps rund um den Garten und die Natur. Er besitzt einen sehr großen Garten mit vielen Zierbeeten, aber auch einen Nutzgarten nebst Gewächshäusern sowie zahlreiche Beeren- und Obstgehölze. Jede Menge gibt es dort zu tun. Davon wird er in seinem Tagebuch berichten wie auch aus seinem reichen Erfahrungsschatz, den er in über 40 Jahren als Freizeitgärtner erworben hat.

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