Kommunen und Kreis vereint für schnelles Internet

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Es soll zügig vorangehen mit dem Ausbau eines schnellen Internets in Soest und allen anderen Kommunen im Kreis. Möglich machen kann das ein dichtes Netz aus Glasfaserleitungen.

Soest  -  Für drei Viertel der Menschen in Soest und der Börde ist die Online-Welt in Ordnung: Sie haben schnelle Internet-Leitungen mit mindestens 50 Mbit/s. In einem großen Kraftakt soll im kommenden Jahr der große Rest „beglückt“ werden. Dazu haben sich alle 14 Städte und Gemeinden mit dem Kreis gerade zusammengetan.

Das an für sich wäre schon eine Nachricht wert. SPD-Fraktionschef Wilfried Jäger spricht im Kreistag sogar von einem „Wunder: Alle 14 Bürgermeister haben eine Initiative des Kreises unterschrieben“. Horst Bernsdorf (CDU) aus Soest, seit Jahrzehnten im Politikbetrieb, ergänzt: „Ich kann mich an kein Beispiel für eine so gute Zusammenarbeit erinnern.“

Und Soests Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer, sonst eher großer Skeptiker in Sachen Kreis, zollt vor allem Christoph Hellmann von der Kreis-Wirtschaftsförderung in diesem Fall ein großes Lob: „Beispielhaft.“

Hellmann ist durch alle 14 Rathäuser im Kreis gezogen und hat sein Vorhaben vorgestellt. Nicht bloß so, sondern mit ansteckender Leidenschaft, wie vergangene Woche im Soester Rathaus spürbar geworden ist. „Ich muss nichts verkaufen“, sagt Hellmann selbstbewusst, Vielmehr könne er mit einem überzeugenden Konzept beeindrucken.

Wenn jetzt alle an einem Strick ziehen, winken hervorragende Konditionen: Der Bund legt für den Breitband-Ausbau satte 50 Prozent der Kosten dazu, das Land 40. Und Kommunen, die wirtschaftlich am Stock gehen und in der sogenannten Haushaltssicherung stecken, werden sogar die letzten zehn Prozent spendiert.

Die Voraussetzung: Alle die Siedlungen, Gewerbegebiete, ja sogar kleine Dörfer, die „Jotwede“ liegen, kriegen Internetnetleitungen von 50 bis 100 Mbit/s, sofern sie nicht heute schon mit mindestens 30 Mbit/s surfen können. Hellmann: „Ich will sogar noch mehr und am liebsten überall gleich Glasfaserleitungen verlegen lassen.“ Mit den Hochgeschwindigkeits-Strippen wären dann noch weitaus größere Datentransfers mühelos möglich.

Ein vergleichsweise kleiner Wermutstropfen bleibt: In Gebieten, wo jetzt bereits ein Anbieter wie etwa die Telekom Anträge auf einen Ausbau gestellt hat, kann Hellmann nicht zugreifen: Der Gesetzgeber will keine Doppelförderung. In Soest beträfe dies das Gewerbegebiet im Westen (rund um Kaufland).

Hinter alledem, so sagt der Koordinator, steckt die Idee, mit dem Komplett-Ausbau endlich einen „Markt zu schaffen“, der künftig keiner weiteren Förderung bedarf, wenn am Tag X neue Angebote und Nachfragen (nach noch höheren Leistungen) kämen. Die Komplettversorgung des Kreises wäre für Anbieter ein so dickes Pfund, dass sie von sich aus investieren würden.

Eine solche Initiative, wie sie gerade alle Kommunen im Kreis gemeinsam einfädeln, sei „einzigartig in Deutschland“, sagt Bernsdorf. Damit könne, so sein Kollege Jäger, ein Kapitel geschlossen werden, an dem man 25 (!) Jahre gewerkelt habe. Bislang eher mit mäßigem Erfolg. So habe der Kreis noch vor wenigen Jahren 1,5 Millionen Euro „verbrannt“, als er er auf eine zweifelhafte Funktechnik fürs fixe Internet setzte, die schon heute „restlos veraltet“ sei, erinnert Manfred Weretecki von den Linken.

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