Es kommt doch auf die Größe an: Streit um Werbetafeln am "Brunello"

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Wegen zweier Tafeln rechts und links des Eingangs zum „Brunello“ streitet Thomas Meffert mit der Stadt.

Soest – In manchen Lebenslagen mag es nicht auf die Größe ankommen, aber wenn es um zwei Schiefertafeln rechts und links des Eingangs zum Restaurant „Brunello“ am südlichen Petrikirchhof geht, zählt jeder Zentimeter.

Inhaber Thomas Meffert und Pächter Frank Hofmann haben den Betrieb erst im Sommer eröffnet, nachdem dort zuvor mehrere Jahre lang ein anderes Lokal heimisch gewesen war. Von dem hatte Meffert auch die beiden Tafeln übernommen, auf denen sowohl der Vorbesitzer als dann auch Meffert Tagesgerichte mit Kreide aufschrieben. Außerhalb der Öffnungszeiten wurden und werden die Tafeln abgenommen. Das funktionierte – bis zur Brunello-Eröffnung. 

Zwei kleine Tafeln oder eine große 

Da überprüfte die Abteilung Bauordnung die von Meffert beantragten „Werbemittel“ an der Fassade des Hauses und stieß sich an der Größe der beiden Tafeln: Mit einer Größe von rund 1,30 mal 0,50 Meter entsprächen sie nicht den in der einschlägigen Werbesatzung geregelten Vorgaben. Der Lösungsvorschlag: Entweder werden die Tafeln komplett entfernt oder so verkleinert, dass sie die erlaubte Größe von jeweils 0,25 Quadratmetern nicht überschreiten. Alternativ, so hieß es weiter, sei es auch möglich, nur eine Tafel anzubringen - die dürfe dann aber nicht größer als einen halben Quadratmeter sein. 

Für Meffert war (und ist) beides nicht akzeptabel. Er wunderte sich zunächst, dass die Stadt die Schilder jahrelang geduldet hatte und sie nun plötzlich entfernt haben wollte. Dann machte er eigene Kompromissvorschläge. 

So bot er an, den in die Tafeln integrierten Namenszug „Brunello“ zu entfernen oder die schwarzen Tafeln durch das Überstreichen mit einer weissen Farbe „optisch einzukürzen“ – in dem Fall sollte aber ein halber Quadratmeter schwarz bleiben, pro Tafel. 

Er wies auch darauf hin, dass beide Tafeln auf einem an die Fassade geschraubten Träger befestigt seien. Die müssten ebenfalls gekürzt werden, wodurch umfangreiche Anstricharbeiten nötig würden, weil die Fläche unter den Trägern nur verputzt, aber nicht gestrichen worden sei. 

Die Stadt überzeugte er damit allerdings nicht: In mehreren Mails, die dem Anzeiger vorliegen, pochte die Bauordnung darauf, dass sich der Gastronom an die in der Satzung genannten Vorgaben halten müsse – schließlich sei Meffert mehrfach darauf hingewiesen worden, dass die Tafel Werbemittel und zu groß seien und damit „illegal und nicht genehmigungsfähig“. Also müssten sie entweder ganz entfernt oder auf zulässige Maße verkleinert werden. 

Eine Verkleinerung auf die von der Stadt geforderten Maße kommt für Meffert aber nicht in Frage: „Dann sind die Tafeln so klein, dass sie ihren Zweck überhaupt nicht mehr erfüllen können“, erklärte er gegenüber dem Anzeiger. Er will nun juristisch prüfen lassen, ob eine gerichtliche Auseinandersetzung Aussicht auf Erfolg haben könnte. Und wenn nicht? „Dann werde ich mich wohl beugen müssen und die Tafeln ganz abnehmen“, so Meffert.

§ 1 Geltungsbereich 

Sie gilt für das Gebiet, das von den ringförmig angeordneten Straßen Aldegreverwall, Freiligrathwall, Dasselwall, Brunowall, Immermannwall, Nelmannwall, Walburger-Osthofen-Wallstraße, Brüder-Walburger-Wallstraße und dem Bahnhof begrenzt wird ... 

§ 4 Flachwerbeanlagen 

Sie müssen parallel zur und horizontal auf der Fassade angebracht werden ... Logos, Schilder, Tafeln und Plaketten sind in einer Größe von max. 0,50 m² zulässig.

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