Kinderschreie, Dunkelheit, Chaos

Bus kollidiert mit Auto - viele "Verletzte": Großübung der Feuerwehr Soest

+
Um die komplizierte Einsatzlage zu bewältigen, waren vor allem viele helfende Hände nötig.

Beide Innenstadtzüge der Feuerwehr Soest mussten bei einer Übung am Donnerstagabend ein kompliziertes Szenario bewältigen. Eine wichtige Erkenntnis wurde am Ende zum wiederholten Male unterstrichen.

Soest – Kinderstimmen rufen um Hilfe, sie dringen aus einem Linienbus. In der völligen Finsternis, die am Silberg im Osten Soests herrscht, ist nicht zu erkennen, wie viele Personen im Bus gefangen sind. Seine Türen lassen sich nicht öffnen. 

Im Kegel der Taschenlampe ist zu erkennen, dass er mit einem BMW kollidiert ist. In diesem ist eine Person eingeklemmt und zeigt keine Regung. Dass auch unter dem Auto, dessen Front unter dem Bus klemmt, noch eine Person liegt, ahnt zunächst niemand. Mit diesem Szenario war am Donnerstagabend zunächst Michael Zimmer konfrontiert.

In der Dunkelheit: Gruppenführer Michael Zimmer musste zuerst Ordnung in das Chaos bringen.

Er saß als Gruppenführer auf dem ersten Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Soest, das im Wendehammer am Schrottplatz der Firma Compes und Schmidt eintraf. Er musste Ordnung in das Chaos bringen, das sich vor seinen Augen abspielte. Nach kurzer Zeit waren nicht nur die standardmäßigen Erstmaßnahmen – das Ausleuchten der Einsatzstelle, die Sicherung der Fahrzeuge und das Aufbauen eines Löschangriffs für den Fall der Fälle – erledigt. Auch die unter dem Pkw eingeklemmte „Person“ war bereits entdeckt worden.

Die Fotos zur Übung der Feuerwehr Soest

Große Übung der Feuerwehr Soest: Bus kollidiert mit Auto - "Massenanfall von Verletzten"

So konnte Michael Zimmer gemeinsam mit den weiteren zwischenzeitlich eingetroffenen Führungskräften entscheiden, in was für einer Reihenfolge welche Person gerettet werden soll. Mit „schmerzerfüllten“ und verzweifelt klingenden Kinderschreien im Hintergrund kein einfaches Unterfangen. Doch instinktives und dadurch vermutlich voreiliges Handeln hätte die Situation aller Beteiligten schnell verschlimmern können. 

Nicht nur im, sondern auch unterm Auto wurde eine Person eingeklemmt. Das Auto wiederum klemmte unter der Front des Busses.

Es wurde entschieden, parallel die bewusstlose Person aus dem BMW-Wrack zu schneiden und die Rettung der Jugendfeuerwehrleute, die die Kinder einer Schulklasse spielten, einzuleiten. Auch von ihnen waren einige im Bus eingeklemmt und mussten befreit werden.

Aus dem Bus mussten mehrere "Schulkinder", gespielt von Mitgliedern der Soester Jugendfeuerwehr, gerettet werden.

Insgesamt standen sieben Personen auf der Rettungs- und Betreuungsliste. Zuletzt wurden der BMW und die darauf liegenden Busfront gleichzeitig angehoben, um die unter dem Auto eingeklemmte Person zu retten. 

Die Übungsleitung um Marcel Hustermeister und Daniel Müller, die Zugführer beider Innenstadtzüge der Feuerwehr Soest, zeigte sich vor allem damit zufrieden, dass alle Personen nach knapp 45 Minuten gerettet waren. Angesichts der komplizierten Einsatzlage und dem "Massenanfall von Verletzten“ eine bemerkenswerte Zeit. 

Einig waren sich am Ende alle, wie wichtig es im Ernstfall ist, genügend Kräfte vor Ort zu haben, da bei so vielen Aufgaben, die gleichzeitig zu erledigen sind, jede helfende Hand gebraucht wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare