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Klinikum erwartet nach mageren Jahren für 2021 wieder einen Überschuss

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Von: Achim Kienbaum

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Geschäftsführer des Klinikum Stadt Soest Christian Schug und Christian Straub
Sie sehen die Sanierung des Klinikums auf einem guten Weg: Die beiden Geschäftsführer Christian Schug (links) und Christian Straub  erwarten für 2021 einen positiven Jahresabschluss. © TIMO BEYLEMANS

Wenn die Geschäftsführung des Klinikums Stadt Soest in den vergangenen Jahren um diese Zeit herum ihre Einschätzung zur wirtschaftlichen Bilanz des Vorjahres abgab, dann ging es darum, wie hoch das zu erwartende Defizit ausfallen würde. Da hat es das Duo Christian Schug und Christian Straub jetzt deutlich angenehmer: Sie haben positive Zahlen zu verkünden.

Soest – Die beiden Geschäftsführer müssen zwar pflichtschuldig darauf hinweisen, dass alle Zahlen zur Jahresbilanz 2021 vorläufig und bislang lediglich Prognosen sind, die Richtung, in die es geht ist aber klar: „Wir werden einen Überschuss erzielen, der voraussichtlich rund eine halbe Million Euro betragen wird“, nennt Christian Schug eine erste Zahl – und sein Kollege steuert gleich eine zweite bei: „Das ist das erste positive Ergebnis seit 2016.“

Der Wirtschaftsplan für 2021 war noch von einem Minus von 4,5 Millionen Euro ausgegangen.

Zur weiteren Einordnung dieses Ergebnisses, das als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Sanierung des städtischen Tochterunternehmens gewertet wird, gehört auch, das es unter den schwierigen Rahmenbedingungen der Coronapandemie erzielt wurde, Kreditverpflichtungen bedient und darüber hinaus wichtige Investitionen getätigt wurden.

Im Detail heißt das:
- Wegen entsprechender Vorgaben wurden im Jahresverlauf 2021 nur 13 500 Patienten stationär und weitere 25 000 Patienten ambulant versorgt – 2022 sollen es mit 17 000 wieder deutlich mehr werden.
- Von den rund 40 Millionen Euro, die vor zehn Jahren zur Erweiterung des Klinikums aufgenommen werden mussten, ist inzwischen fast die Hälfte zurückgezahlt worden – übrig sind derzeit noch rund 23 Millionen. Für die läuft in diesem Jahr die Zinsbindung aus, in Neuverhandlungen sollen niedrigere Zinsen als bislang erreicht werden – mit entsprechenden Einsparungen fürs Klinikum.
- Nachdem fast vier Millionen Euro investiert wurden, unter anderem in bauliche Maßnahmen, neue Geräte, die Digitalisierung und den Brandschutz, sind weitere Investitionen von jährlich rund drei Millionen Euro, unter anderem in den Kreißsaal und die Wöchnerinnenstation sowie die Stroke Unit, vorgesehen.

Christian Straub, der noch bis Ende nächsten 2023 federführend für die Umsetzung des Sanierungskonzeptes zuständig sein wird, während Christian Schug sich vor allem ums operative Geschäft kümmert, betont den großen Beitrag der Mitarbeiter des Klinikums zu dieser Entwicklung. „Bei allen strukturellen Veränderungen im Haus spielen sie eine ganz entscheidende Rolle dafür, dass nicht nur die Zahlen stimmen, sondern auch die Qualität der medizinischen Versorgung“, erklärt er.

Beides zusammen habe, so versichert das Duo, wesentlich dazu beigetragen, nach einem zwischenzeitlichen Abbau der Belegschaft auf derzeit noch rund 1 000 Mitarbeiter jetzt wieder einen größeren Stapel von Bewerbungen zu haben, besonders in der Pflege.

Wobei auch hier gilt: Das Klinikum bewegt sich in einem insgesamt schwierigen Markt mit knallhartem Wettbewerb und ist mit allen Altlasten im Gepäck noch lange nicht über den sprichwörtlichen wirtschaftlichen Berg.

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