Herr Bürgermeister, die Post ist da:

1500 Postkarten mit Vorschlägen zum Klimaschutz für Eckhard Ruthemeyer

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Wie Gebetsfahnen hingen die Postkarten im Wind. Nun hoffen die Klima-Aktivisten, dass ihre Gebete erhört werden.

1500 Postkarten mit Vorschlägen für mehr Klimaschutz in Soest nahm Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer am Mittwochnachmittag auf dem Vreithof entgegen.

Die Aktivisten vom Soester Klima-Bündnis hatten die Übergabe gut vorbereitet: Ab 16 Uhr lockten sie mit Info-Stand und Musik, gegen halb fünf setzten dann die Wortbeiträge ein. Michaela Ruhfus erklärte: "1500 Soester haben per Postkarte ihren persönlichen Klima-Notstand ausgerufen. Wir werden nicht eher locker lassen, bis in Soest und in Berlin die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz getroffen worden sind."

Ein Bürgermeister, 1500 Postkarten: Wie gut, dass die Ideen auf den Karten schon ausgewertet waren.

Gut 100 Demonstranten hörten diese Botschaft gerne, während Passanten neugierig die Plakate, Transparente und vor allem die an Schnüren aufgehängten Postkarten betrachteten. Wie eine Gebetsfahne flatterte die 1500-fache Botschaft des Notstandes beim Klima im Wind auf dem Soester Vreithof. 

Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer nahm die Postkarten entgegen und bedankte sich für das Engagement der Aktivisten. "Wir müssen versuchen, gemeinsam einen Weg zu finden", warb er um Vertrauen und Zusammenarbeit.

Zuvor hatte die Soester Politik viel Kritik einstecken müssen. "Das ist eine Krise, kein Wandel", rief eine Rednerin in Richtung Rat(haus). Und wer den Klimanotstand nicht ausrufe, verkenne schlicht die Tatsachen. Von einer "Ignoranz gegen offensichtliche Tatsachen" sprach eine andere Rednerin und forderte, dass in Soest im Jahr 2030 nur noch so viel CO2 ausgestoßen werden dürfe wie natürlich wieder abgebaut werde. Das Stichwort dazu lautet "Nettonull".

Viel Bewegung rund um den Vreithof: Vor der Ratssitzung ging es unruhig zu.

   

In die Ratssitzung jedenfalls konnte der Bürgermeister die Favoriten unter den Vorschlägen zum Soester Klima-Schutz mitnehmen: „Mehr Bäume“, „Mehr ÖPNV“ und „Mehr Radwege“ sind die Ideen mit der breitesten Unterstützung. Ob die nun auch vom Rat mit höchster Priorität vorangetrieben werden, das bleibt abzuwarten.

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