Kleiderkammer am neuen Standort

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Das Team der Kleiderkammer stellte den Besuchern – darunter auch die Sponsoren – gestern die neuen Räume vor.

Soest – Gut 1150 Umzugskartons, acht gefüllte Garderobenständer, 50 blaue Säcke mit Schuhen, dazu diverse Koffer, Kinderwagen und Kisten voller Spielzeug – schon an der Aufzählung des Transportgutes wird deutlich, wie sehr die Helfer gefordert waren. Nun ist’s geschafft: Die Kleiderkammer für Flüchtlinge öffnet ihre Pforten an der neuen Adresse Niederbergheimer Straße 144.

Jacken, T-Shirts, Hosen, ein Sortiment vom Strampler bis zu Schals, Strickjacken und Schuhwerk – die Garagen der ehemaligen Straßenmeisterei sind gut gefüllt. Viele Bürger gaben ihre Spenden für die Neuankömmlinge ab. Am Stadtrand steht nun wesentlich mehr Platz zur Verfügung als zuletzt in den Räumen des Grünflächenbauamts am Ostenhellweg.

Freundlich, aber bestimmt gedrängt

Dort war es im Laufe der Zeit einfach zu eng geworden. Ein Fall für Wolfgang Ehlers, der den Einsatz der Ehrenamtlichen koordiniert. Er habe freundlich aber bestimmt auf den Standort-Wechsel gedrängt, berichtet Meinhard Esser, Abteilungsleiter Jugend und Soziales. Denn die Stadt hat die Liegenschaft des Landes dort draußen gemietet, um minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen, die ohne erwachsene Angehörige unterwegs sind. Zum Objekt gehören auch die Hallen auf dem Gelände. Die stehen nun nicht mehr leer, sondern wurden zweckmäßig hergerichtet. Nachdem der Boden instand gesetzt, die Wände gestrichen, die Regale aufgebaut, die Spenden einsortiert waren, stand der ersten Kleiderausgabe in der frisch renovierten Umgebung nichts mehr im Weg. Das Projekt sei mit 30 000 Euro veranschlagt gewesen, „doch wir liegen etwas drunter“, schildert Tobias Trompeter, Abteilungsleiter Immobilienmanagement. Die Bezirksregierung übernehme zwei Drittel der Kosten.

Viele schlossen sich an, um das Vorhaben unter Dach und Fach zu bringen. Manch einer bot spontane Unterstützung an, jeder nach seinen Möglichkeiten, wie Wolfgang Ehlers hervorhebt. Zahlreiche Sponsoren sahen sich jetzt an Ort und Stelle um, viele Helfer gingen wieder der Arbeit nach, die ihnen schon zur Gewohnheit geworden ist. Wie wichtig es ist, dass sie sich einbringen und mitanfassen, machte auch Meinolf Esser deutlich: „Wir sind heilfroh, so viele Ehrenamtliche zu haben.“ Sie seien unverzichtbar. Bei allen Negativmeldungen, die derzeit die Runde machen und bei allen Diskussion um Flüchtlinge dürfe nicht vergessen werden, dass es sich in aller Regel um „liebe, nette Leute“ handelt.

Petra Rutkowski von der Bürgerstiftung Hellweg-Region sprach von einem herausragenden Beispiel bürgerschaftlichen Engagements. „Soester ziehen sich nicht zurück“, betonte sie. Die Ehrenamtlichen zeigten, wie produktiv sie sind, wenn Handeln gefragt sei.

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