Kinder kehren in die Kita zurück

Erzieher und Erzieherinnen möchten früher geimpft werden

Kita „Bunte Welt“
+
In der Kita „Bunte Welt“startet wie auch in den anderen Soester Kindergärten am Montag der eingeschränkte Regelbetrieb. Einige Wochen lief nur der Notbetrieb. Seit der Öffnungstermin feststeht, haben sich bereits viele Eltern in dem Familienzentrum im Soester Süden gemeldet und mitgeteilt, dass sie ihre Kinder am Montag wieder bringen werden. 

In den Kitas läuft am Montag, 22. Februar, der eingeschränkte Regelbetrieb an.

Soest - In den Soester Kitas freuen sich die Erzieherinnen und Erzieher auf die Kinder, die ab Montag wieder zurückkehren, denn dann beginnt der eingeschränkte Regelbetrieb – ein Stück mehr Normalität im Corona-Lockdown. Klar zum Ausdruck kommt aber auch der Appell, die Reihenfolge zu ändern und das Kindergarten-Personal eher zu impfen, als es derzeit vorgesehen ist. Wir haben uns in den einigen Einrichtungen umgehört.

„Schwer enttäuscht“ sei sie vom Stufenplan, den die Ständige Impfkommission (STIKO) als Leitlinie nennt, sagt Anke Brügger, Leiterin des Awo-Kindergartens „Bunte Welt“. Sie hält es für angebracht, Erziehern und Lehrern eine höhere Priorität einzuräumen, da diese alltäglich einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt seien: „Wir arbeiten nah am Kind.“ Anke Brügger begrüßt es, dass eine Arztpraxis zweimal die Woche direkt ins Haus kommt, um Testungen durchzuführen. „Das ist eine Erleichterung“, meint sie, denn für alle im Team sei es sonst wesentlich aufwendiger, jedes Mal selber einen Termin zu vereinbaren.

So wie der Leiterin des Familienzentrums am Kaiser-Otto-Weg geht es vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen, die meinen: „Wir vermissen die Kinder. Die Kontakte fehlen uns.“ Viele der Kinder haben sie seit Wochen nicht gesehen, sich aber einiges einfallen lassen, um mit ihnen über kleine Grüße in Verbindung zu bleiben. Den Start am Montag betrachtet Anke Brügger wie sonst immer den ersten Tag nach den Ferien, der in der aktuellen Situation natürlich unter den Corona-Bedingungen steht. Doch da habe sich in dem einen Jahr, in dem das Virus bereits den Ablauf bestimmt, vieles ritualisiert, erklärt sie. Die Kinder kennen die Regeln, waschen zum Beispiel von alleine eifrig die Hände. „Wir gehen möglichst viel nach draußen“, so Anke Brügger. Zudem sei die „Bunte Welt“ mit einer automatischen Filteranlage gut aufgestellt.

„Wir stehen mit an vorderster Front“, betont auch Rita Zicholl vom Evangelischen Kindergarten „Sonnenkamp“ am Müllingser Weg. Sie spricht sich ebenfalls für eine zügige Impfung der Kita-Beschäftigten aus und lobt die ihrer Ansicht nach sehr gute Information durch die Leitung des Impfzentrums. Per Video-Konferenz seien Antworten auf viele Fragen geliefert worden. Für die Kinder sei es schön, die Mitarbeiter wiederzusehen – und auch umgekehrt: „Das tut gut.“ Es bleibt jedoch bei den festen, strikt getrennten Gruppen und bei dem pauschal wöchentlich um zehn Stunden reduzierten Betreuungsangebot. Das habe sich inzwischen eingespielt, schildert Rita Zicholl.

Simon Kelbert von der Kindertagesstätte „Im Tabrock“ berichtet, dass schon in den vergangenen Wochen mehr und mehr Kinder gekommen seien. Manchen Eltern sei auch gar nichts anderes übrig geblieben, wenn zum Beispiel der Urlaub und die Kinderkrankentage aufgebraucht waren. Die Hygienevorschriften seien noch einmal gründlich geprüft worden, stellt der Leiter mit Blick auf Montag fest. Auch er denkt: „Wir sind besonders gefährdet und sollten geschützt werden.“ Deshalb hält er es für richtig, das pädagogische Personal bei der Impfpriorisierung in die zweite Gruppe einzuordnen, bisher steht es an dritter Stelle. Ein weinendes Kind trösten – auf Abstand sei das schlecht möglich, nennt er ein Beispiel. Kinder wollten kuscheln und auch mal in den Arm und auf den Schoß genommen werden.

Miriam Faulstich vom Kindergarten „Sternschnuppe“ am Warsteiner Weg weist darauf hin, dass ein Großteil der Kinder die Kita schon in den vergangenen Wochen besucht habe. So werde am Montag vieles seinen gewohnten, in den vergangenen Monaten praktizierten Gang nehmen. Eine zeitnahe Impf-Chance hält auch sie für erforderlich, denn eine Kita funktioniere nicht ohne engeren Kontakt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare