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Kirschlorbeer erfroren: So retten Sie die Pflanzen nach der Rekord-Kälte

Der strenge Frost hat im Garten seine Spuren hinterlassen. Manche Pflanzen vom Kirschlorbeer bis zum eigentlich winterharten Rosmarin sehen aus, als seien sie nicht mehr zu retten. Klaus Fischer erklärt, was jetzt zu tun ist.

Kreis Soest - Kurz, aber heftig war in diesem Jahr der Winter mit viel Schnee. In der Soester Börde um die 30 Zentimeter und mit starkem Frost. Mehrere Nächte hatten Temperaturen von minus 17 bis minus 23 Grad Celsius. Diese tiefen Temperaturen sind für unsere Breiten ungewöhnlich und für so manches Gewächs im Garten sehr gefährlich.

Art:Lorbeerkirsche
Familie:Rosengewächse (Rosaceae)
Botanischer NamePrunus laurocerasus

Nachdem der Schnee endgültig verschwunden ist, wird es Zeit für eine Bestandsaufnahme der Schäden, die der Frost angerichtet hat. Am augenfälligsten dürften die erfrorenen Kirschlorbeerhecken sein. Kirschlorbeer ist eine immergrüne Pflanze, die es in zwei Dutzend Sorten gibt, die recht unterschiedliche Winterhärte mitbringen. Einigen machen Temperaturen bis minus 20 Grad nichts aus, andere wiederum zeigen schon bei milderen Temperaturen Frostschäden.

Sogar Kirschlorbeer erfroren: braune Blätter

Je nach Sorte und Standort hat es in diesem Winter teils erhebliche Schäden bei Kirschlorbeerhecken gegeben, die komplett mit braunen, erfrorenen Blättern davon zeugen. Es gibt aber Hoffnung. In der Regel überstehen die Wurzeln und die unteren Partien auch tiefe Temperaturen.

Der Schnee hat sich diesmal als sehr gute Isolierung erwiesen. Um die Hecken zu sanieren, schneidet man sie tief zurück bis ins gesunde grüne Holz. Sie werden nach wenigen Wochen schon kräftig wieder austreiben. Je nach Schwere der Schäden kann es aber auch zwei bis drei Jahre dauern, bis die alte Pracht wieder erreicht ist.

Die Kirschlorbeerhecke ist oben erfroren, unten im Schutz des Schnees aber grün geblieben.

Erfroren sind auch die Budleia-Büsche (Schmetterlingsbusch, Sommerflieder), gut zu erkennen an den grauen schlappen Blättern. Aber auch hier gibt es Hilfe. Je nach Größe des Busches schneidet man die Triebe auf 60 bis 80 Zentimeter zurück. Aus den gesunden Stämmen treiben im Sommer wieder bis zu zwei Meter lange Triebe.

So manchem Gärtner blutet das Herz, wenn er seine erfrorenen Rosen sieht. Die Triebe sind braun, waren noch Blätter daran, sind diese ebenfalls graugrünbraun. Aber sehr gut zu sehen ist, wie segensreich der hohe Schnee war. Ab der Oberkante der Schneedecke sind die Triebe erfroren, darunter sind sie noch grün, haben also den Frost überstanden. Wir schneiden die Rosen aber erst, wenn die Forsythien blühen, sie werden dann von unten her wieder komplett neu aufgebaut und im Sommer in alter Pracht erblühen.

Sogar Kirschlorbeer erfroren: Neue Triebe an Strauchrosen

Bei Kletter-, Rambler- und Strauchrosen sollte man ebenfalls erst einmal abwarten und schauen, wo es im Frühling neue Triebe gibt. Dann kann man die erfrorenen Partien leicht erkennen und herausschneiden. Ähnliches gilt auch für die Clematis. Die großblütigen, im Sommer blühenden Sorten werden eh jedes Jahr heruntergeschnitten, weil sie nur am einjährigen Holz blühen. Bei den anderen Sorten, zumeist kleinblütige und Wildsorten, die am zweijährigen Holz blühen, muss man schauen, wie weit die Triebe erfroren sind, gut zu erkennen am Neuaustrieb.

Auch wenn diese Rosmarinsorte winterhart ist, so hat sie die tiefen Temperaturen vor zwei Wochen doch nicht schadlos überstanden.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Pflanzen, Gehölze, Kletterer und andere, die starke Frostschäden haben. Aber auch hier gilt, dass die unteren Partien wegen der Schneeisolierung die Kälte trotzdem überstanden haben. Also nicht gleich alles mit Stumpf und Stiel ausreißen, sondern den Neuaustrieb abwarten und gezielt zurückschneiden.

Sogar Kirschlorbeer erfroren: was macht das Wintergemüse?

Wer noch Wintergemüse im Beet stehen hat, wird ebenfalls Frostschäden feststellen. Beim Porree sind alle Partien, die aus dem Schnee herausragten, abgestorben. Der Lauch wird aber wieder austreiben und kann geerntet werden, bevor er einen Blütenschaft bildet.

Auch Winterportulak, Rapunzel (Feldsalat) und Stielmus haben zwar gelitten, zumeist liegen sie platt gedrückt am Boden, aber sie berappeln sich wieder und werden kräftig austreiben, wenn es wärmer wird.

Dem winterharten Porree im Hochbeet sind die aus dem Schnee schauenden grünen Blätter komplett erfroren.

Stiefmütterchen, Hornveilchen und Primeln haben ebenfalls gelitten und sind platt gedrückt, bekrabbeln sich aber in der Regel wieder. Bei Narzissen und einigen sehr frühen Tulpen sind ebenfalls die Blattpartien erfroren, die überm Schnee lagen.

Die Frühblüher werden aber das wegstecken und uns trotzdem mit schöner Blüte erfreuen. Schneeglöckchen und Krokusse haben unter dem Schnee keinen Schaden genommen.

Der Kirschlorbeer eignet sich übrigens nicht nur als Sicht-, sondern auch als Lärmschutz, berichtet 24garten.de*.

Rubriklistenbild: © Klaus Fischer

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