Kinder mit Hauptschul-Empfehlung sind an noch junger Soester Sekundarschule klar in der Mehrzahl

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Hier geht's rund: Kinder lernen in der rundum sanierten Soester Sekundarschule.

Soest - Die Hauptschulen in Soest sind gerade abgeschafft. Aber es gibt nach wie vor jedes Jahr über hundert Mädchen und Jungen, die mit einer Hauptschul-Empfehlung von der Grundschule kommen. Die meisten von ihnen lernen auf der Sekundarschule.

Vergangene Woche ist kurz der politische Streit um die Zukunft der Hauptschüler im Schulausschuss wieder aufgeflackert. Die Schulverwaltung hatte sich überlegt, vielleicht einen Bildungsgang für Hauptschüler an der Christian-Rohlfs-Realschule anzudocken. Die wehrt sich nach Kräften. Weil die Schülerzahlen in den Grundschulen gerade rückläufig sind, haben die Politiker das Thema vertagt. 

Allein in diesem Sommer haben 85 Kinder die Soester Grundschulen mit einer Empfehlung für die Hauptschule verlassen. Hinzu kommen 39 weitere Mädchen und Jungen, denen ebenfalls die Hauptschule, aber auch „eingeschränkt“ der Besuch an einer Realschule nahegelegt worden ist. Macht 124 Kinder – das wären fünf volle Klassen. 

Der Großteil von ihnen – 81 Kinder – ist zur Sekundarschule gegangen. Sie machen das Gros der Schülerschaft in der Eingangsstufe aus. Weitere 18 Schüler sind mit einer Realschul-Empfehlung gekommen, niemand mit einer Empfehlung fürs Gymnasium. 

„Das ist die Realität“, sagt Schulleiter Jörg Fitzian. Und die spiegele nun mal den Elternwunsch. „Wir hätten gern einen anderen Schnitt“, sagt er. Denn zum Prinzip der Gemeinschaftsschulen gehöre ein ausgewogener Mix aus starken und weniger starken Schülern – am besten in Drittel-Form: Ein Drittel potenzielle Haupt-, ein Drittel Realschüler, ein Drittel Gymnasiasten.

Die zweite Soester Gemeinschaftsschule – die Hannah-Arendt-Gesamtschule – schafft zwar auch nicht die lupenreine Drittelung. Doch von den 106 Fünftklässlern haben hier immerhin zehn Kinder eine Empfehlung fürs Gymnasium vorgewiesen, weitere 17 eine eingeschränkte Empfehlung fürs Gymnasium. 30 Schülern hat die Grundschule den Besuch einer Hauptschule oder den „eingeschränkten“ Besuch einer Realschule angeraten.

In den ersten Jahren der noch jungen Sekundarschule, so Fitzian, haben sich durchaus auch ein paar Schüler mit Gymnasial-Reife gemeldet. Doch auch, wenn dieses Jahr niemand darunter sein sollte, sei man umso stolzer, in den sechs Schuljahren den ein oder anderen so stark zu fördern, dass er nach der Klasse 10 und dem Abschied von der Sekundarschule das Zeug für die gymnasiale Oberstufe mitnehme. 

„Es gibt durchaus Kinder, die wir auf dem Weg dorthin sehen.“ „Jeder kann das Ziel erreichen“, sagt auch die Vorsitzende des Schulausschusses, Anne Richter von den Grünen. Mit der Wahl für die neue Sekundarschule habe die Politik bewusst ein Zeichen gesetzt: keine zweite Gesamtschule in Soest, wohl aber eine weitere Schule, die längeres gemeinsames Lernen (unterschiedlich starker Schüler) im Blick habe.

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