Im Keller der Brunokirche alten Weihestein entdeckt

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Dorothea Simon zeigt das gefaltete Stück Papier mit dem Siegel. Bei Aufräumarbeiten entdeckten Helfer im Keller unter der Brunokirche den Stein. Nun fragen sie sich, ob es sich um die einst erste Reliquie im Soester Süden handelt.

SOEST - Als einige Helfer jetzt im Keller unter der Brunokirche (geweiht 1960) Platz freiräumten, um alle Teile der neuen Krippe bis zur nächsten Adventszeit gut unterzubringen, ahnten sie nicht, welch überraschende Entdeckung sie machen sollten. Sie fanden einen in Vergessenheit geratenen Weihestein, um den sich zurzeit noch einige Rätsel ranken.

Wie alt ist er? Und die Reliquie im Inneren, welchem Heiligen – vor Theodora, Hedwig und dem Schutzpatron Bruno sicher der erste im Soester Süden – ist sie zugeordnet? Nun sollen die Experten des Diözesanmuseums in Paderborn helfen, mehr über dieses Relikt aus vergangenen Zeiten zu erfahren. Wer weiß, welche Geheimnisse sie lüften!

Als Dorothea Simon, die im Pfarrgemeinderat von St. Bruno mitarbeitet, die quadratische Schieferplatte in den Händen hielt und mit den Fingern die in die Ecken und in die Mitte gemeißelten Kreuze fühlte, wusste sie, dass sie auf ein Stück Geschichte gestoßen war. Sie sah eine kleine Vertiefung und schaute genauer hin. „Die Neugierde war geweckt“, schildert sie. Was mochte in der Aussparung stecken?

Propst Josef Heers, Dorothea Simon sowie als weitere Pfarrgemeinderatsmitglieder Manuela Mewes und Stephan Lange waren dabei, als Bildhauer Michael Düchting das Fach nun sachgemäß öffnete. Sie sahen ein gefaltetes Stück Papier, das mit rotem Siegellack verschlossen ist. Der Abdruck zeige, so Dorothea Simon, ein Dreieck mit den Buchstaben PX – die Initialen Jesu Christi –, ein Kreuz sowie ein auf den Hinterfüßen stehendes Tier mit zwei Schwänzen – eventuell ein Löwe. Eine Aufschrift auf dem Zettel lässt sich nicht entziffern. Nun sind die Fachleute des von Prof. Dr. Christoph Stiegemann geleiteten Diözesanmuseums gefragt. Möglicherweise geben Röntgen-Aufnahmen oder andere Untersuchungen genaue Aufschlüsse. Bei Überlegungen, was es mit dem Weihestein auf sich hat und wie er in den Soester Süden gelangt ist, hilft vielleicht ein Blick in das Buch „Portrait einer Gemeinde“ von Dorothea Simon und Barbara Köster, die sich intensiv mit der Geschichte beschäftigt haben.

Der Grundstein für die Brunokirche wurde 1959 gelegt. Dorothea Simon erinnert an den früheren Gottesdienstraum in der Kleinkinderschule an der Ecke Akazien-/Lindenstraße, der um 1940 mit Stücken aus der Rüstkammer des Patroklidomes ausgestattet wurde. Vieles stammte aus der aufgelösten Kapelle des Soester Hildegard-Lyzeums, berichtet die Autorin.

Somit liege die Vermutung nahe, dass der Stein zusammen mit dem Holzaltar in die sich neu gründende Gemeinde und das Notkirchlein kam. Möglicherweise findet sich im Dom-Archiv noch ein Begleitdokument, das weitere Hinweise liefert. - Köp.

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