Aus gutem Grund

Um diesen Unfallschwerpunkt will sich die Soester Politik nun kümmern

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Vor dem Kindergarten am Schwarzen Weg wird fast immer zu schnell gefahren – trotz Tempo-30-Schild und Hinweis auf die Einrichtung.

Soest - Der Stadtentwicklungsausschuss (StEA) will sich jetzt mit der Verkehrssituation auf dem Schwarzen Weg befassen. Aus gutem Grund. 

Ein Kleinwagen erfasst ein zweijähriges Kind und fährt einfach weiter. Das Kind aber ist so schwer verletzt, dass es ins Krankenhaus gebracht werden muss. Das war vor zwei Wochen der vorläufige Tiefpunkt der Ereignisse, die sich ständig auf dem Schwarzen Weg vor dem Martin-Luther--Kindergarten abspielen. 

Fast alle Autos fahren an dieser Stelle zu schnell. Darüber klagen nicht nur die Kindergarten-Eltern, sondern auch Anlieger. An der Straße steht zwar ein Tempo-30-Schild, aber kaum jemand hält sich daran – trotz eines Hinweises auf den Kindergarten. 

Auch die Polizei, die regelmäßig an am Schwarzen Weg „blitzt“, konnte dem Problem noch nicht Herr werden. Jetzt will sich der StEA (Stadtentwicklungsausschuss) des neuralgischen Punkts annehmen. In der Sitzung am Dienstag, 10. September, wollen die Mitglieder darüber diskutieren, ob auf dem Schwarzen Weg Aufpflasterungen vorgenommen werden sollen, um die Autos zum langsameren Fahren zu zwingen.

Auf Straßen, die als Tempo-30-Zonen ausgewiesen sind, weitere Maßnahmen zu treffen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, sei gar nicht so einfach, sagt Stadtsprecherin Brigitte Sliwa. Das Schild mit der schwarzen 30 auf dem rot geränderten Weiß sollte eigentlich ausreichen, um Autofahrern zu signalisieren: Achtung! Fuß vom Gas!

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Wegen dieses Schildes können auch nicht ohne weiteres Zebrastreifen oder andere Zeichen – beispielsweise ein Warndreieck – auf die Fahrbahn gemalt werden. Der Ausschuss will diskutieren, ob eine Aufpflasterung mit so genannten „Berliner Kissen“ möglich ist. Das sind jene Betonwellen, über die Autos nicht ohne Schäden „brettern“ können. Den Anwohnern gefällt eine solche Lösung verständlicherweise nicht. Ständig von abbremsenden Autos gestört zu werden, ist eben nicht angenehm.

„Das Problem gibt es nicht nur an dieser Stelle und nicht nur in unserer Stadt“, sagt Sliwa. Auch vor anderen Soester Kindergärten und Schulen fahren Autos in der Regel zu schnell, obwohl Tempodrosselungen vorgeschrieben sind. 

Bei der Verkehrserziehung müssen wir stark nachjustieren“, weiß Sliwa. Autofahrer hielten sich oft nicht an Beschilderungen, vor allem wenn es um die Geschwindigkeit gehe. Sogar Stopp-Schilder würden eher als „Empfehlung“ denn als „Befehle“ verstanden.

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