Keine Vorzug mehr für katholische Kinder

Die Patroklischule ist eine katholische Bekenntnisschule: Im Schulalltag dürfte die Religion eher eine untergeordnete Rolle spielen; bei der Aufnahme darf sie künftig kein Kriterium mehr sein.

SOEST - Eltern von angehenden Schulkindern werden künftig geänderte Informationsschreiben von der Stadtverwaltung erhalten. Hieß es in den alten Briefen, katholische Kinder würden bei der Aufnahme an den beiden Bekenntnisschulen Patrokli und Bruno bevorzugt, wird fortan darauf hingewiesen, dass kein Unterschied mehr zwischen katholischen und bekenntnisfremden Kindern gemacht wird.

Die Soesterin Corinna Blatt- mann hat den Stein ins Rollen gebracht und sich im Rathaus über die alte Formulierung beschwert. Sie hatte sowohl die Elternbriefe als auch einen Erlass aus dem Schulministerium exakt studiert und war über die Diskrepanz gestolpert. In den Infoschreiben an die Eltern der künftigen I-Männchen heißt es: „An einer Bekenntnisschule haben zunächst die Kinder, für die die nächstgelegene Bekenntnisschule gewählt wurde und die dem Bekenntnis angehören, Vorrang vor anderen Kindern.“

Doch spätestens seit vergangenem November gilt dies nicht mehr. Das Schulministerium verwies in einem Brief an alle Rathäuser auf die „jüngste Rechtsprechung“, wonach eben nicht mehr zwischen bekenntnisangehörigen und bekenntnisfremden Kindern unterschieden und kein Rangverhältnis gebildet werden dürfe.

„WIr werden den Text jetzt anpassen“, sagt Thomas Nübel, der für Schulen zuständige Abteilungsleiter, und hat inzwischen mit dem Schulrat das weitere Verfahren besprochen. Nachteile seien bekenntnisfremden Kindern nicht entstanden: „In den letzten zwei Jahren musste niemand abgewiesen werden.“

Das sah freilich noch anders aus, als die Schülerzahlen höher lagen und die beiden katholischen Bekenntnisschulen in Soest nicht alle Aufnahme-Wünsche erfüllen konnten.

Aber nach wie vor gilt: Kinder, die an Patrokli oder Bruno angemeldet werden, müssen am Religionsunterricht teilnehmen. Nübel: „Die Eltern müssen ausdrücklich erklären, dass ihre Kinder im katholischen Glauben erzogen werden.“ - hs

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