Kaserne vor dem Verkauf: Was wird aus den Künstlern?

Soest -  Es tut sich was in Sachen Adam-Kaserne. Nach einer nichtöffentlichen Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss soll das Thema am kommenden Mittwoch im Rat erörtert werden – hinter verschlossenen Türen. Nach Anzeiger-Informationen soll die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) der Stadt das Gelände samt der drei ersten denkmalgeschützten Blöcke für rund 2,3 Millionen angeboten haben – mit der Auflage, hier Sozialwohnungen zu bauen.

Von einer Entscheidung – wie auch immer sie ausfällt – sind auch die bildenden Künstler, Musiker und Theaterleute betroffen, die sich mit Erlaubnis der BIMA im Block IV eingerichtet haben. Bettina Boronowsky sprach mit Kevin Isaac, der seit vier Jahren Vorsitzender des Vereins Künstlerhaus BEM Adam ist.

Wie ist der Verein aufgestellt, und was machen Sie und ihre Kollegen?

Kevin Isaac, Vorsitzender des Vereins Künstlerhaus BEM Adam, zeigt auf, dass die Kasernen-Künstler aus der Soester Szene nicht mehr wegzudenken sind. Archivfoto

Isaac: Seit mehr als zehn Jahren arbeiten wir Künstler im Block IV der Kaserne. Wir sind aber nicht ein Haufen Leute, der da sitzt und wartet, dass was passiert. Mittlerweile sind wir bei fast allen künstlerischen Aktionen in Soest dabei. Beispielsweise bei „Soestart“. Schon vor zwei Jahren haben wir mehr als die Hälfte des Programms mitgestaltet. Und dieses Jahr engagieren wir uns auch wieder stark. Ich glaube, ein Großteil künstlerischer Veranstaltungen würde wegfallen oder deutlich kleiner ausfallen, wenn wir uns nicht einbringen würden. Wir sorgen ja auch dafür, dass die Kaserne belebt wird, kümmern uns zum Beispiel um das Außengelände. Stephen Lawson tut sich da sehr hervor. Er arbeitet draußen und stellt seine Skulpturen draußen aus.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern?

Isaac: Also, die Stadt ist noch nicht auf uns zugekommen, falls Sie das meinen. Aber wir haben schon vor Monaten das Gespräch gesucht. Wir haben alle Fraktionen eingeladen und den Austausch angeboten. Das kam gut an. Politiker aus einigen Fraktionen haben uns tatsächlich besucht. Ich selber bin aber regelmäßig im Kontakt mit der Stadt und mit den verschiedenen Gruppen und Vereinen.

Was erhoffen Sie sich?

Isaac: Eines ist klar, ein Ratsbeschluss – wie auch immer er ausfällt – wird ein Wendepunkt für uns werden. Wir haben jetzt so ein bisschen das Gefühl, wir werden vom Tagesgeschehen überrollt. Aber wir freuen uns darauf, mit der Stadt und allen anderen Akteuren zusammenzuarbeiten. Wir Künstler möchten überall mithelfen, wo wir können. Wir sind natürlich auch offen für Alternativen. Was wir brauchen ist bezahlbarer Raum für Künstler. Unser Verein hat 130 Mitglieder, und die sind natürlich an den Block IV gebunden. Ohne den würde uns der Boden unter den Füßen entzogen. Ich glaube nicht, dass wir dann als Verein weiterexistieren könnten. Und das wäre sehr schade. Mittlerweile sind wir aus der Soester Kunstszene ja nicht mehr wegzudenken.

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