Beim gerade einmal fünf Minuten entfernten TC Sölderholz führt seine Mutter das Lokal „Doro’s Küche“. Als Fernsehkoch Frank Rosin das Lokal seiner Mutter in Sölde im November 2021 auf Vordermann brachte, spielte auch Ben Kube und das nicht immer einfache Verhältnis zwischen Sohn und Mutter eine Rolle.
„Mit elf Jahren kam ich in eine Wohngruppe in Möhnesee“, erzählt Kube. „Dort habe ich bis zu meinem 17. Lebensjahr gelebt.“ Die Zeit war nicht einfach, aber wegen der Arbeit und der Muskelschwäche-Erkrankung des Sohnes blieb der Mutter damals nichts anderes übrig: „Es hat mir als Mutter natürlich das Herz gebrochen. Aber ich hätte sonst meinen Job aufgeben müssen“, sagt sie. Letztlich sei die Wohngruppe das Beste gewesen, was passieren konnte. Die Gruppe sei klein und deshalb sehr familiär gewesen. Später pendelte der Sohn zwischen Wohngruppe und Wohnung in Wamel und Stockum hin und her. Bis er schließlich in eine eigene Wohnung mitten in Soest zog: „Man musste nur die Tür öffnen und schon stand man quasi auf der Allerheiligenkirmes“, so Kube. Bis heute lebt er in Soest.
Seine Lehre zum Hotelfachmann hat Kube nach verschiedenen Stationen – unter anderem im Fachwerkhaus, Hotel am Wall, Uferlos Möhnesee und im Sälzer Hof in Bad Sassendorf – ein halbes Jahr vor Abschluss abgebrochen. Auch wenn Bekannte und Freunde ihm davon abgeraten hatten, stand Kube zu diesem Schritt. „Ich habe mein Leben komplett umgekrempelt“, sagt Kube. „Auch mit meiner Ex-Freundin passte es einfach nicht mehr.“ Dazu kam Corona inklusive Lockdowns, was die Situation nicht gerade einfacher machte. Wegen seiner Muskelerkrankung den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für Kube ebenfalls nicht infrage: „Man lernt damit zu leben.“
Donnerstag, 2. Februar, um 22.20 Uhr, „K1 Magazin“ auf Kabel Eins
Seit August 2022 ist Kube nun selbstständig. „Es war Zeit, meine eigenen Ideen umzusetzen und mein eigenes Ding durchzuziehen“, sagt er. Anders als seine Mutter sei er offen für Neues. „Ich habe eher immer Angst vor neuen Sachen. Außerdem ist meine Küche in Sölde sehr klein, sodass ich nicht so viele Angebote auf die Speisekarte nehmen kann“, sagt Doro Kube. „Es macht mich super stolz, dass mein Sohn nun auch eine eigene Gaststätte hat.“
Und auch von Seiten des Sohnes scheint das Verhältnis zur Mutter geglättet. Mit dem Namen seines Lokals „Ben’s Kitchen“ habe er auch die Wurzel zu seiner Mutter verdeutlichen wollen. „Das Englische soll jedoch die modernere Richtung unterstreichen“, sagt Kube. Mit seiner Küche hat Kube noch viel vor. Künftig möchte der 20-Jährige seine eigene Schnaps-Kreation herausbringen. Zudem plant er, einen eigenen Wagen für Festivals anzuschaffen.
„Ich möchte gerne mehr auf Streetfoodfestivals“ sagt er. „Ich neige dazu alles gleichzeitig machen zu wollen.“ Bei seinem letzten Gastspiel in Holzwickede sei seine Bruschetta bereits sehr gut angekommen. Für die Kirmes will Kube dann nach Soest zurückkehren. Denn schon bald steht der Umzug nach Holzwickede an.
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