Per Rad von Frankreich nach Norwegen: Colin macht Station in Soest

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Colin Sanguinet macht auf seiner Radtour von der französischen Atlantikküste nach Oslo in Soest Station.

Soest - 1794 Kilometer ist Colin Sanguinet schon geradelt, gut 1 300 bis ins norwegische Oslo liegen noch vor ihm. Jeder Kilometer zählt. Jetzt aber macht der 18-Jährige von der französischen Atlantikküste kurz Station in Soest.

Einmal übernachten, ausgiebig duschen, Trinkgefäße auffüllen. dann geht’s weiter. „Wenn ich einen Tag Pause mache, fällt mir das Radeln anschließend umso schwerer“, weiß Colin. Gleich nach dem Bac, dem deutschen Abitur vergleichbar, ist der junge Mann im Dörfchen Saint-Geours-de-Maremme nahe Biarritz aufgebrochen und jetzt seit 17 Tagen unterwegs, pro Tag mit rund 100 Kilometer. Seinen „Hausstand“ mit Klamotten für kalte, warme und Regentage, Trinkgefäße und Schlafsack baumeln am Fahrrad.

 Über Tours und entlang der Loire-Schlösser ging’s nach Paris und von dort weiter durchs belgische Mons nach Aachen und Köln. Sightseeing oder Stadtbummel sind nicht vorgesehen. Der Zeitplan des jungen Franzosen ist straff. In einem Monat will er bis Oslo radeln. 

Wenn’s abends nicht mehr weitergeht, und er keine günstige Unterkunft findet, schlägt er sein Zelt auf einem Campingplatz auf. „In Frankreich und Deutschland sind die Regeln da sehr streng“, sagt Colin. In den Niederlanden und in Norwegen dagegen dürfe man sein Zelt einfach irgendwo in den Wald oder auf eine Wiese stellen, wo’s schön ist. Auf sein großes Projekt hat Colin sich ein Jahr vorbereitet. Warum hat er niemanden mitgenommen? „Erstens wollte keiner so etwas Anstrengendes machen“, lacht er. Und außerdem, meint er, könne man sich bei einer solchen Tour schnell gegenseitig auf die Nerven gehen. Darum ist er trotz aller Nachteile und Gefahren lieber alleine unterwegs. 

Die Erlebnisse eines jeden Tages hält Colin in seinem Blog fest. Dort sammelt er auch Geld für Greenpeace. Das geht so: Er erzählt jeden, den es interessiert, von seinem ambitionierten Projekt und seiner Reise per Rad. Wer ihn dann unterstützen möchte, ist aufgerufen, Geld für Greenpeace zu geben. Wieder zuhause will er Umwelttechnologie mit Schwerpunkt erneuerbare Energien studieren. Seine eigene Energie scheint im Moment unerschöpflich. Er schwingt sich aufs Rad, sagt Soest sei „manifique“ und tritt in die Pedale. Oslo wartet – 1 300 Kilometer entfernt.

Colins Blog: nowaytonorway.home.blog

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