Roadmovie-Dreh

Junge Filmemacher aus Leipzig drehen auch in Soest

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Nicht alle Wege führen nach Soest, der von Jonas Matauschek aber schon: Am Donnerstag legte der junge Filmemacher aus Leipzig kurz Station in der Bördestadt ein. Diese Reise ist zugleich Teil und Thema eines ehrgeizigen Dokumentarprojektes.

Soest - Leicht macht es sich Jonas Matauschek nun wirklich nicht: Mit vollem Körper- und Kopfeinsatz realisiert der junge Filmemacher aus Leipzig gemeinsam mit zwei Kollegen ein Projekt, das ein etwas anderes Roadmovie werden wird.

Um zu beschreiben, warum er da am Donnerstagmittag auf dem Soester Markt saß und sich einen Kaffee gönnte, bevor er sich mit seinem Rucksack auf den weiteren Fußmarsch Richtung Neheim machte, musste der 27-Jährige etwas ausholen. In Leipzig, wo er studierte und später das Kollektiv „Filmische Initiative Leipzig“, kurz FILZ, mitgegründet hat, hatte Matauschek mit den Kollegen Nicolas Rossi und Emerson Culurgioni die Idee, drei geschätzten und vor einiger Zeit verstorbenen Vorbildern ein filmisches Denkmal zu setzen.

Aus dieser Idee wurde das Projekt „Drei Wege“: Die werden das Trio – getrennt – von den Gräbern der Filmemacher Harun Farocki in Berlin, Peter Liechti in Zürich und Chris Marker in Paris aus zusammenführen – auf ziemlich genau halber Strecke: in Wipperfürth. Alle drei sind zu Fuß unterwegs und schleppen in ihren Rucksäcken neben obligatorischen Wanderutensilien auch die technische Ausrüstung, die sie brauchen, um ihre Erlebnisse unterwegs für einem dokumentarischen Film festzuhalten.

Matauschek trägt so auf seinem langen Weg, den er am 8. Mai in Berlin begann und der ihn am 31. Mai in Wipperfürth mit seinen beiden Kollegen zusammenführen soll, rund 20 Kilo Gepäck mit.

Ein Experiment und Abenteuer ist die Reise in vielerlei Hinsicht: Übernachtet wird mal in Wäldern im Zelt, aber auch in Hotels und Pensionen, nie weiß er, was ihn am nächsten Tag, oder auch nur im nächsten Moment, erwarten wird. Ins Blickfeld seiner Kamera gerät er selber grundsätzlich nur indirekt, wenn er Spiegelbilder oder Monitore von Überwachungskameras abfilmt, zum Beispiel.

Spannend dürfte auch die abschließende Montage des Materials werden, das die drei Filmemacher unterwegs sammeln – sie teilen sich die Arbeit: Matauschek ist für die Bilder zuständig, Texte und Ton dazu werden von den beiden anderen beigesteuert.

Spätestens Ende des Jahres soll „Drei Wege“ fertig sein und auf Festivals gezeigt werden. Wer will, kann dem Projekt bis dahin auf www.dreiwegederfilm.defolgen.

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