Jugendtreff Drehscheibe wird zur Möbel-Werkstatt

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„Aus Alt mach Neu“ lautete die Devise im Jugendtreff „Drehscheibe“.

Soest.  Ein Autoreifen, eine Holzscheibe, ein paar Regenrohre – fertig ist ein supercooler Hocker, den nicht jeder hat und den es nirgendwo zu kaufen gibt. „Aus Alt mach Neu“ lautet die Devise im Jugendtreff Drehscheibe. Dort entstehen lauter Einzelanfertigungen Marke Eigenbau.

Kabeltrommel oder Euro-Paletten werden zum Möbel mit persönlicher Note.

Der Trend nennt sich „Upcycling“. Hinter dem Begriff steckt eine besondere Form der Wiederverwertung. Abfallprodukte, die ausgemustert wurden, die aber viel zu schade zum Wegschwerfen sind, verwandeln sich in stylische Unikate. Müll macht sich also nützlich, und die gebrauchten Sachen im ungewöhnlichen Design stehen hoch im Kurs.

Draußen auf dem Hof wird gehämmert, geschraubt, geschliffen und gemalt. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und möchte sie umsetzen. Das handwerkliche Tun steht im Vordergrund. Solche praktische Arbeiten seien vielen Jugendlichen nicht mehr vertraut, schildert Sandra Richter, die Leiterin des Jugendtreffs am Bahnhof. „Sie kennen das Know-how nicht mehr“, betont sie. Das soll sich ändern, also startete dieses kreative Ferienprojekt. Das Ergebnis: eine Kollektion aus Lieblingsstücken, gefertigt in der Drehscheibe-Werkstatt.

Joscha zum Beispiel zimmerte ein geräumiges Hundebett für seinen Dackelmischling Naala. Während es sich die ersten Möbelbauer schon in der Ausstellung unter freiem Himmel bequem gemacht haben und eine Runde Karten spielen, hat Max noch damit zu tun, sein Regal anzustreichen. „Da kommen Bücher rein“, sagt er.

Tim hat sich für das Modell Archipel Armchair entschieden. Hannah brauchte einen Tisch für ihre Nähmaschine. Der ist nun fertig und zeichnet sich durch die individuelle Farbgebung aus.

Sandra Richter und Kollegin Gaby Freese-Schmidt ermunterten die Jugendlichen, ruhig alles nach Herzenslust auszuprobierenen. Läuft mal was schief oder wird schräg: „Kein Problem. Nur nicht aufgeben, sondern dranbleiben und weitermachen!“ Zehn Jugendliche – je fünf Mädchen und fünf Jungen – beteiligten sich an der Aktion. Mit Hilfe von Spendern war es möglich, das Material zur Verfügung zu stellen. Jedes Teil wird zu Hause sicher einen guten Platz finden und dort zur Geltung kommen.

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