Jedes Jahr sollen in Soest 150 neue Wohnungen gebaut werden

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Flurschützenweg – schon mal gehört? Die Straße und die kleine Siedlung hier im Soester Norden sind nagelneu.

Soest – Die Klimadebatte ist im städtischen Wohnungsmarktbericht angekommen. In der soeben veröffentlichten Bilanz 2019 findet sich der Appell: „Neben der Ausweisung neuer Baugebiete sollte die Nachverdichtung im Bestand noch einmal stärker in den Fokus gerückt werden.“

Auf Deutsch: Vorsicht beim Bau auf den Äckern vor der Stadt, lieber die Lücken in den Siedlungen schließen, zumal das auch günstiger wird. Schließlich sind oft Straßen, Kanäle und Versorgungsleitungen bereits vorhanden. 

Der Bericht listet auf, dass sich gerade nach dem Ende der Finanzkrise 2010 besonders viele Baukräne in der Stadt gedreht haben. 2014 war das Spitzenjahr mit 392 neuen Wohnungen; eine Zahl, die in den Jahren zuvor und danach nicht mal annähernd erreicht wurde. 

2018 schaffte Soest mal gerade ein gutes Drittel davon: 139 neue Wohnungen. Für die nächsten zehn Jahre haben die Berichtsverfasser einen jährlichen Bedarf von 150 neuen Wohnungen veranschlagt. Flächen dafür stehen auf dem Gelände der ehemaligen Adam-Kaserne im Soester Westen (hier existiert bereits das Baurecht), im neuen Viertel auf der grünen Wiese im Soester Norden zwischen Oestinghauser Straße und Weslarner Weg, auf der Coca-Cola-Brache am Riga Ring im Soester Süden und auf dem Strabag-Areal hinterm Bahnhof. 

Während die Bevölkerungszahlen im Kreis Soest bis zum Jahr 2040 um sechs Prozent zurückgehen, sieht die Prognose in Soest ganz anders aus: In den nächsten Jahren rechnet die Stadt sogar noch mit einem leichten Plus, danach nimmt auch hier die Bevölkerung ab, um im Jahr 2040 in etwa auf dem Ausgangswert von 2014 zu landen. 

Besonders scharf in den Blick nimmt die Soester Politik den Bestand und den Bau preisgünstiger Wohnungen. Dies hat nicht zuletzt vor zwei Jahren dazu geführt, eine städtische Wohnungsbau-Gesellschaft zu gründen, um die Nachfrage auf dem Sektor bedienen zu können. 

Nach Angaben der Stadt gibt es 2 275 preiswerte Wohnungen in Soest (Stand Ende 2018). Wobei die Stadt neben den 1 313 geförderten Mietwohnungen für diese Aufstellung noch die 962 Wohnungen der Lands- und Bundesgesellschaften LEG und BIMA hinzurechnet, die an „besondere Vereinbarungen“ gebunden seien und ihre Wohnungen „zu sehr günstigen Mieten“ bereitstellen. 

Die Stadt Soest will am Dienstag ihren Wohnbericht näher erläutern; zwei Tage später am Donnerstag wird sich die Politik im Stadtentwicklungsausschuss mit dem 20-seitigen Report befassen und ihre Sichtweise und Wünsche vortragen.

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