Jedermann-Konto: In Soest sind keine Komplikationen bekannt

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Menschen vor der Soester Tafel. Viele lassen von der Sozialberatungsstelle auch ihr Geld verwalten, etliche machen aber selber Gebrauch von den neuen Basiskonten.

Soest –  Während andernorts Obdachlose, Flüchtlinge, Hartz-IV-Empfänger und andere Menschen mit wenig Geld beim sogenannten Basiskonto schon mal arg über den Tisch gezogen werden, scheint das „Jedermann-Konto“ in Soest komplikationslos zu laufen.

Der Sozialberatungsstelle und der Schuldnerberatung, die täglich mit diesen Fällen zu tun haben, sind weder Ärger noch ungebührliche Abzocke bekannt.

Erst diese Woche ist der Fall der Volksbank im sächsischen Mittweida bekannt geworden, die ihren Kunden gleich zur Begrüßung schon mal 39 Euro für die Einrichtung des Basis-Kontos in Rechnung stellt. Bereits im Frühjahr hatte die Verbraucherzentrale (Bundesverband) gleich reihenweise Klagen gegen die Deutsche Bank, die Postbank und die Sparkasse Holstein eingereicht, die durch hohe und unangemessene Entgelte für die Jedermann-Konten aufgefallen waren.

Der Gesetzgeber hatte vergangenes Jahr alle Banken und Sparkassen verpflichtet, so ein Basis-Konto gerade für Menschen ohne festen Wohnsitz vorzuhalten. Das Konto darf nicht überzogen werden, die Gebühren sollen angemessen sein. Die gescholtenen Banken halten dagegen, gerade diese Kontoführung gehe ins Geld: Der Aufwand sei höher, weil die Prüfung der persönlichen Daten komplizierter sei als bei anderen, die Kunden seien zudem oft nicht ohne weiteres erreichbar.

Michael König, der Leiter der Soester Sozialberatungsstelle, kennt 15 bis 20 Hilfeempfänger, die sich an örtliche Institute wegen des Basis-Kontos gewandt haben. „Das scheint da zu laufen, ich habe keine Klagen gehört.“ Zuvor haben König und seine Mitarbeiter für diese Klienten als eine Art Ersatz-Sparkasse fungiert und sich um die Geldverwaltung der meist Obdachlosen gekümmert.

Oft aus pädagogischen Gründen, erläutert König. Es gebe nun mal Menschen, die nicht mit Geld umgehen oder auch nicht lesen können. Fließt bei denen am Ersten des Monats Hartz IV aufs Konto, heben sie alles ab und berücksichtigen nicht, dass womöglich am Zweiten die Abbuchung für Strom und Miete fällig wird.

Auch nach Einführung des Jedermann-Kontos verwaltet die Sozialberatungsstelle für etwa 40 Hilfeempfänger das Geld. Dreimal die Woche ist Bargeldauszahlung.

Manche Vermieter, so König, haben sogar den Bedürftigen nur unter der Bedingung eine Wohnung gegeben, dass die Miete direkt von der Sozialberatungsstelle kommt.

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