Kippenschnippen und die Lust am Laster

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Kein schöner Anblick: Kippen auf der Straße.

Soest – Raucher frönen der Lust am Laster. Und die Kippen? Die landen, wie es aussieht, häufig auf der Straße. Wer durch die Stadt geht, sieht überall achtlos weggeschnipste Zigarettenreste. Wir haben den Test gemacht und allein entlang des Parkstreifens an der Höggenstraße an die 100 Tabak-Stummel gezählt.

In jeder Einstell-Box liegen welche – offenbar beim Ein- oder Aussteigen schnell fallen gelassen, als würden sich die Fluppen irgendwann von selbst in Luft auflösen. Das tun sie aber nicht, und so stellt der Müll aus Glimmstängeln nicht nur ein ästhetisches Problem dar. 

Denn jede ausgelutschte und draußen entsorgte Kippe mit und ohne Filter vergiftet durch den hohen Gehalt an Hunderten von schädlichen Stoffen die Umwelt. 

Am Freitagmorgen in der Fußgängerzone: Ein Passant schlendert von einem Geschäft zum anderen und genießt den, laut 50er-Jahre-Werbung, „Duft der großen weiten Welt“. Dann steuert er den Abfallsammler nahe dem Rathaus an, der auch für Zigaretten vorgesehen ist und drückt seine Lieblingsmarke am Deckel aus. 

Das halte er immer so, schildert er und fügt hinzu: „Die Kippe auf dem Boden auszutreten, ist eine Umweltsünde.“ Ein positives Beispiel, doch so wie er denken längst nicht alle Qualmer, wie sich auf dem Soester Pflaster zeigt. 

Mit Besen und Kehrmaschinen sei bei vielen Fugen zwischen den Steinen – beispielsweise auf dem Marktplatz – nichts auszurichten, sagt Brigitte Sliwa als Rathaus-Sprecherin. Leichter sei die Säuberung auf der neu gestalteten Rathausstraße. Die Stadt setze stark darauf, an die Vernunft zu appellieren. Jedem Einzelnen müsse klar sein, dass er selber in der Verantwortung stehe. Die Stadt könne nur reagieren: Verhalte sich aber jeder korrekt, sei es auch nicht erforderlich, die Spuren zu beseitigen. 

Die „Ordnungsbehördliche Verordnung“ Soests gibt genaue Regeln vor. Dort ist festgeschrieben: „Jede Verunreinigung der öffentlichen Verkehrsflächen und Anlagen ist untersagt.“ Kippen  ist zwar kein eigener Passus gewidmet, und sie werden auch nicht ausdrücklich als unzulässig genannt, dürften aber zumindest zum Punkt „Zurücklassen von Unrat“ gehören. Genau das ist verboten. Wer meint, er könne seine Kippen in die Gegend schmeißen, muss damit rechnen, mit einem Verwarngeld (bis zu 50 Euro) zur Kasse gebeten zu werden. 

„Allerdings müsste er auch in flagranti erwischt werden“, verdeutlicht Brigitte Sliwa. Das sei schwierig. Besonders sensibilisiert seien die Mitarbeiter aber vor allem rund um Spielplätze.

Was meinen Sie? Sagen Sie Ihre Meinung

Raucher stehen zu ihrer Leidenschaft. Voller Lust und Liebe stehen sie zum blauen Dunst. Was meinen Sie? Sollten in Soest mehr Abfallbehälter mit Vorrichtungen für die Tabak-Reste und Filter aufgestellt werden? Oder sollten Raucher die Zigaretten in der Stadt am besten in der Tasche lassen? Sollten diejenigen die ihre Kippen in die Gegend schnippen, empfindlicher zur Kasse gebeten werden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter der Mail-Adresse: stadtredaktion@soester-anzeiger.de

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