150 Jahre und ein bisschen weise: Aldegrever-Gymnasium blickt zurück

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Schulleiter Martin Fischer (Mitte) konnte zum Festakt anlässlich des 150-jährigen Bestehens „seiner Schule“ im Saal und auf der Bühne viele Besucher begrüßen, die der Schule auf ganz unterschiedliche Weisen verbunden sind.

Soest - Das Jahr seines 150. Geburtstags eröffnete das Aldegrever-Gymnasium am Samstagvormittag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Petrikirche und einem zweistündigen Festakt. Vor allem wurde dabei zurückgeblickt. Schulleiter Martin Fischer wagte am Ende aber doch den ein oder anderen Blick in die Zukunft.

Bei aller Rückschau – Pädagogik sei ja nun einmal ein Zukunftsgeschäft – tastete sich Fischer an seine „Agenda 2030“ heran: „Vielleicht fragen Sie sich gerade, ob diese digitale Revolution tatsächlich so wichtig ist“, so der Schulleiter in seiner Festrede zur Einführung neuer Medien in den Schulalltag. Zwar gebe es keine empirischen Erkenntnisse, ob die digitalen Medien zu einem Lernzuwachs führten, doch steigerten sie die Lernmotivation: „Und während ein Schulatlas 32 Euro kostet, kostet die vergleichbare App nur 3,90 Euro. Ich weiß, dass die Vertreter des Schulträgers in diesem Moment besonders aufmerksam zuhören.“ Zumal die Nutzung dieser neuen Medien notwendige Kompetenzen für das spätere Berufsleben vermittelten.

Beim Festakt überwog jedoch der Blick aufs bereits Geleistete. Den Schwerpunkt bildete der Vortrag des Soester Stadtarchivars Dr. Norbert Wex. Ausgehend von den Anfängen der Schule, die als Gegenpol zur damals „praxisfernen Ausbildung“ am Archigymnasium berufsorientierte Fähigkeiten über ein „selbst gebasteltes“ Angebot vermitteln sollte, spannte er den Bogen über die Weltkriege in die Neuzeit.

Hier knüpfte Markus Wilden vom Lehrerrat an, der einen der ersten Abiturienten von 1924 zitierte, dass seine Lehrer einen Umgang mit den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs im Geiste Ernst Jüngers pflegten und die Schule eher einer Kadettenanstalt glich.

Auch Armin Wiesner, Abiturjahrgang 1962 und später selber Ehemann einer langjährigen Alde-Lehrerin, entsann sich eines selbst damals noch „autoritären Regimes, das gnadenlos aussiebte“, zuweilen körperlich züchtigte, und das ihm, der in den Naturwissenschaften nicht sehr gut war, empfahl: „Geh doch an den Schraubstock, Du hast hier nichts verloren.“

Wie sehr sich dieses Missverhältnis geändert hat, stellten die Vertreter der Lehrer- und der Schülerschaft dar. Schülersprecher Sören Potthoff betonte den guten Kontakt zwischen Schülern und Lehrern zum einen und generationenübergreifend zwischen den ältesten und jüngsten Pennälern zum anderen: „Wir sind keine Schule, wir sind eine Familie. Das Alde sind wir alle.“

Und Markus Wilden vom Lehrerrat ergänzte: „Es ist mir eine Ehre, Lehrer am Aldegrever-Gymnasium sein zu dürfen.“

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