Tag des Denkmals

Alle wollen ins Stadtpalais

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Am Tag des offenen Denkmals wurden Führungen durch den restaurierten Friesenhausschen Hof angeboten. 

Soest - Da verstummten auch die größten Skeptiker: Der ehemalige Friesenhaussche Hof zwischen Uelicksgasse, Steingraben und Roßkampffgasse sieht einfach toll aus.

In zweijähriger akribischer Arbeit ist das 300 Jahre alte Haus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebaut und der Park in einen barocken Zustand versetzt worden. Nach einem Rundgang durch das Anwesen waren die meisten Besucher stark beeindruckt, wenn nicht gar begeistert.

Der Tag des offenen Denkmals hatte am Sonntag, 8.September, einen Rundgang möglich gemacht. Die Familie Trockels, der das Anwesen heute gehört und die das umfangreiche Restaurierungsprojekt gestemmt hat, hatte sich bereit erklärt, Führungen durch das Haus anzubieten. Ansonsten ist es als neuer Stammsitz der Familie zu Wohnzwecken vorbehalten 

Auch die Hohnekirche und das ehemalige „Anno“ in der Thomästraße, in denen noch renoviert und restauriert wird, hatten ihre Türen zur Besichtigung geöffnet. Aber der größte Andrang herrschte zweifellos am Steingraben, wo sich die Schlange der Schaulustigen durch den Park bis auf die Straße zog. 

Im Abstand führten Architekt Matthias Hellmann, Denkmalpflegerin Anna-Maria Bohnenkamp und ihre Kollegen durch die Räume. Von den (Bohlen- und Fliesen-)Böden bis zu den (Stuck-)Decken ist das Innere des großen Hauses aus dem 18. Jahrhundert restauriert worden. Nichts ist geblieben von den Rigips-Wänden, den tiefer gehängten Decken und den Übertünchungen der acht Mietwohnungen, die es hier im 20. Jahrhundert gab.

Heute bestimmt der typisch barocke Blick durch eine Zimmerflucht das Bild. Behutsam wurden Denkmalschutzaspekte, archäologische Bedürfnisse und neue Technik miteinander verbunden, um bequemes Wohnen in dem historischen Gemäuer möglich zu machen. Ein Aufzug, Elektrizität und Wärme abstrahlender Wandputz wurden angebracht, während gleichzeitig alte Fußböden aufgearbeitet, Kamine freigelegt und das Original-Plumpsklo instand gesetzt wurden 

Der Blick durch die Fenster zeigt die Gärten, die ebenfalls nach barocken Formprinzipien gestaltet sind und mediterranes Flair nach Westfalen bringen. Die üppige Steinterrasse, um die heftig gestritten worden war, fügt sich jetzt bruchlos in das Ambiente. Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, Hausherr Trockels und und Architekt Hellmann, betonten bei der Begrüßung, dass bei der Restaurierung von Haus und Garten Meister ihres Fachs am Werk waren. Das Netzwerk von Fachleute aus der Region vereinfachte die ohnehin komplizierten Arbeiten deutlich. Alle drei Redner betonten, wie wichtig das Wissen und Können dieser Experten war und forderten junge Leute auf, sich ebenfalls im Handwerk als Berufsperspektive umzuschauen. Einige Firmen, die beim Umbau mitgewirkt haben, und der Geschichtsverein hatten ihre Stände im Park aufgestellt.

Die Restaurierung des Stadtpalais am Steingraben ist in einem Buch festgehalten, das im Buchhandel und beim Heimatverein.

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