"Das ist längst Hundekrieg"

Unerwünschter Gassi-Tourismus: Hunde-Rowdies werden zur Gefahr

So ist es richtig: Hunde im Wald gehören an die Leine. Foto: dpa

Welver – „Das ist kein bisschen Ärger im Buchenwald, das ist längst Hundekrieg“, schildert ein Hunde-Besitzer, der nicht genannt werden möchte, die Zustände im Naturschutzgebiet Buchenwald im Bereich zwischen Dorfwelver, Buchenstraße und Recklingsen. Er beobachtet zunehmenden Hundetourismus. 

Eine ganze Horde von Hundehaltern tauche regelmäßig im Waldgebiet auf, um dann die Hunde gleich im Rudel auf die Natur loszulassen. „Es hat schon Übergriffe auf Hunde an der Leine gegeben“, schildert der Welveraner die Situation. Letztlich könnten seriöse Hundehalter aus Angst, selber gebissen zu werden, nur noch „den Schwanz einziehen“ und das Terrain den Hunde-Rowdies überlassen. „Natürlich halten sich die meisten Hundehalter an die Regeln, man darf also nicht alle über einen Kamm scheren“, nimmt Welvers Ortsvorsteherin Monika Korn die anständigen Hundehalter in Schutz. 

Auslauf auch im Naturschutzgebiet

Aber die dürfe man nicht der Gefahr aussetzen, die von freilaufenden Hunden ausgeht, über die die Hundehalter die Kontrolle verloren haben. „Besonders im Naturschutzgebiet im Buchenwald hinter Kirchwelver haben freilaufende Hunde“ nichts verloren, mahnt Monika Korn. Sie will sich darum kümmern, dass demnächst im betroffenen Wald und auch in anderen Revieren mehr kontrolliert wird. Gerade jetzt würden die Hunde dem Wild nachstellen und für Unruhe sorgen. Natürlich besteht im Naturschutzgebiet eine Pflicht, die Hunde anzuleinen. Das gilt in Welver ebenso für die Ortsbereiche. Grundsätzlich hat sich jeder laut Ortsrecht „so zu verhalten, dass andere nicht gefährdet, geschädigt oder behindert werden.“ 

"Gassi Tourismus" kein Jägerlatein

Auch Jäger Friedrich Bussmann kennt das Problem zur Genüge. Der Waidmann aus Berwicke erkennt in allen Revieren Welvers regelrechten „Gassi-Tourismus“, wenn Leute auch aus dem Umkreis nach Welver kommen und am Waldrand parken. „Klappe auf und Juchhu!“, heißt es dann, so Bussmann, und die Hunde fegten kreuz und quer durch den Wald. Das sei allerdings für das Wild sehr schädlich, weil es sowieso schon durch Straßenverkehr und intensive Landwirtschaft gestört und gestresst werde. Gerade jetzt zur Setz- und Aufzuchtzeit sei dies nicht hinnehmbar. Manche Halter seien aber beratungsresistent und sich nicht klar über die Konsequenzen, auch wenn sie darauf offen angesprochen würden. 

Auch viele, die vernünftig sind

Natürlich gibt es aber auch viele Hundehalter, die vernünftig sind und sich an die Regeln halten, so Bussmann. Auch Revierförster Allan Mitchell mahnt die Hundehalter, sich im Wald und insbesondere im Naturschutzgebiet an die Ortsregeln zu halten. Persönlich hat er zwar in letzter Zeit keine schlechten Erfahrungen im Wald von Welver gemacht, das könnte aber auch daran liegen, dass er überwiegend im Raum Werl arbeitet, weil dort im Bereich der Fichtenschonungen die meiste Arbeit liegt. Freilaufende Hunde und Übergriffe auf andere Hunde sind aber nur ein Teil der Kritik, die an unseriöse Halter gerichtet wird. 

Kotbeutel in die Landschaft entsorgt

Monika Korn hat auch Beschwerden von Bürgern und Mitarbeitern des Bauhofs entgegen genommen, weil Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entweder gar nicht beseitigen oder aber die roten Kotbeutel zuerst benutzen und den Kot einsammeln, dann aber einfach in die Landschaft wegschmeißen. „Dafür hat Welver nicht in die entsprechende Entsorgung investiert“, ärgert sich die Ortsvorsteherin und appelliert an mehr Rücksicht und Sauberkeit auf Welvers Wegen, Straßen, in den Anlagen und besonders im bewaldeten Naturschutzgebiet.

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