Tierpension

Tiere machen Ferien auf dem Land

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Iris und Heinz Kosfeld kennen sich mit Vierbeinern aus. In Ruploh betreiben sie eine Tierpension und betreuen neben Katzen und Kleintieren in Spitzenzeiten bis zu 40 Hunde.

Ruploh - Mia, Fibi und Blue fühlen sich bei Familie Kosfeld „pudelwohl“ – dabei sind sie doch ein Labrador, ein Jack Russell und ein Chihuahua. Iris und Heinz Kosfeld betreiben in Ruploh eine Tierpension. „Unsere Pension ist eine der ältesten in Deutschland“, sagt das Paar.

Die Tierpension wurde vor 69 Jahren in Dortmund von Iris Kosfelds Vater gegründet. „Im kommenden Jahr sind wir seit 25 Jahren in Soest“, sagt Heinz Kosfeld. Platz haben die Kosfelds für rund 40 Hunde, 25 Katzen, sieben Pferde und natürlich auch für kleinere Tiere wie etwa Meerschweinchen, Kaninchen und Wellensittiche. „Früher war unser Betrieb noch größer, da haben wir bis zu 60 Hunde betreut, aber man wird schließlich auch nicht jünger ...“, zuckt Heinz Kosfeld die Schultern. Denn die Pflege der Tiere bedeutet sehr viel Arbeit. Vom frühen Morgen an bis auch schon mal in die tiefe Nacht.

Zurzeit ist es aber eher ruhig in der Tierpension. 15 Hunde sind vorübergehend in Ruploh zu Hause. „Jetzt ist keine Urlaubszeit, deshalb ist es für uns etwas ruhiger. Aber schon zu Ostern sieht es wieder ganz anders aus.“

Im Sommer fahren viele Haustierbesitzer in Urlaub, dann ist Kosfelds Pension in der Regel ausgebucht. „Viele buchen im Januar ihren Sommerurlaub und reservieren direkt für ihren Vierbeiner bei uns einen Platz, um auf Nummer sicher zu gehen“, sagt Iris Kosfeld. Etwa 90 Prozent der Kunden sind Stammkunden bei den Kosfelds. Die Art der Betreuung der Hunde ist in der Tierpension ganz unterschiedlich und individuell: Manche der Vierbeiner werden morgens von Herrchen oder Frauchen gebracht und abends wieder abholt. „Manche unserer Kunden halten es so, weil sie tagsüber arbeiten müssen und keine Zeit für den Hund haben. Man könnte uns auch als HuTa – Hunde-Tagesstätte – bezeichnen“, sagt Heinz Kosfeld schmunzelnd.

Andere Kunden bringen ihren Hund für zwei Wochen in die Pension, zum Beispiel weil sie nach Mallorca fliegen. „Es kommt auch vor, dass der Besitzer krank geworden ist und für einige Tage ins Krankenhaus muss. Wenn das gewünscht ist, holen wir das Tier auch von zu Hause ab und bringen es dann wieder zurück“, sagt Iris Kosfeld.

Iris und Heinz Kosfeld wissen viel über Rassen und Verhalten der Hunde. „Ich habe viel gelesen und natürlich viele Erfahrungen im Umgang mit Hunden gemacht“, sagt Heinz Kosfeld.

Das A und O sei natürlich, die Chemie der Hunde untereinander zu kennen. „Wir sind gegen eine Rudelhaltung“, stellen die Kosfelds klar.

Dass heißt: Niemals kommen alle Pensionshunde gleichzeitig auf eine Wiese. „Manche Hunde verstehen sich einfach nicht, deshalb schauen wir genau, wo die Chemie stimmt, damit es für die Tiere keinen Stress gibt.“ Auf dem Gelände der Tierpension befinden sich sieben voneinander abgetrennte Ausläufe. „Im Außengelände gibt es auch kein Spielzeug, damit es keinen Streit gibt.“ Eine kleine Gruppe von Hunden, die sich untereinander gut verstehen, bleibt im Wohnhaus der Familie. Die meisten haben auf dem Gelände allerdings ein „Einzel-Appartement“ und Auslauf. Wenn das gebucht wird, geht Heinz Kosfeld mit dem Vierbeiner auch „Gassi“ an der Möhne.

Jeden Morgen werden die Hunde nach und nach in den Freilauf geführt, dann werden die Futternäpfe und Wassertröge aufgefüllt.

Bei Kosfelds gibt‘s auch Hunde, die „Dauergäste“ sind. „Das sind in der Regel Hunde, die der Tierschutz bei uns untergebracht hat, weil sie nicht mehr zu vermitteln sind“, sagt Heinz Kosfeld. Es ist schon vorgekommen, dass die Kosfelds einen Hundebiss abbekommen haben. „Aber Angst dürfen wir nicht haben, dann könnten wir unsere Arbeit nicht mehr machen.“ Und Iris Kosfeld weiß: „Kein Hund kommt böse auf die Welt, es ist oft Erziehung und Haltung, die den Hund aggressiv machen."

Auch sieben Pferde und Ponys werden auf dem Hof Kosfeld betreut, die meisten als Einstellerpferde. Doch nicht nur Hunde und Katzen machen bei Kosfelds Urlaub. Auch Kleintiere werden abgegeben, wenn die Besitzer in Urlaub fahren oder kurzfristig erkrankt sind. Heinz Kosfeld schmunzelt: „Es waren auch schon mal eine Schlange samt Terrarium und eine Bart-Agame bei uns zur Betreuung. Über mangelnde Abwechslung können wir uns also keineswegs beklagen.“

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