Gras wächst über Großbaustelle "Thomä-Hof"

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Wo später an der Thomästraße einmal Wohnungen entstehen sollen, fühlt sich einstweilen die Natur so richtig wohl und hat das Gelände begrünt.

Soest – Nein, Gras gewachsen sei über sein Bauprojekt an der Thomästraße ganz sicher nicht, versichert Investor Joachim Jatzkowski – jedenfalls nicht im übertragenen Sinne. Tatsächlich aber wachsen da, wo er lieber heute als morgen den „Thomä-Hof“ errichten will, statt Gebäuden bislang nur Halme in die Höhe. Verantwortlich dafür macht er die Stadt. 

Die Entwicklung des ehemals wenig ansehnlichen Bereichs gegenüber der ehemaligen Thomäschule zieht sich inzwischen seit Jahren: Und immer wieder gab es mehr oder weniger nachvollziehbare Gründe dafür, schließlich handelt es sich um ein qualitativ und quantitativ ambitioniertes Projekt an einer städtebaulich besonders prominenten Stelle. 

Dennoch: Nachdem Anfang vergangenen Jahres die letzten Mieter die alten Gebäude dort verlassen hatten, und die Abrissbagger die Fläche frei räumten, schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis dort ein feines kleines neues Wohnquartier entstehen würde. Der Gestaltungsbeirat gab seinen Segen zu den Plänen, die Politik ihren zum Bebauungsplan. Seitdem aber, so Jatzkowski, ist das Projekt irgendwo im planerischen Dickicht der städtischen Bauverwaltung steckengeblieben. 

„Ich bin sehr unzufrieden damit, wie das läuft“, macht er auf Anfrage keinen Hehl daraus, dass es seiner Meinung nach deutlich schneller voran gehen könnte. Möglicherweise ist er ja auch deshalb ungehalten, weil massive Verzögerungen bei derartigen Bauprojekten schnell unschöne Gerüchte in der Stadt sprießen lassen. 

Brigitte Sliwa, Sprecherin der Stadtverwaltung, erklärt die lange Bearbeitungsdauer des Bauantrages für den „Thomä-Hof“ vor allem damit, dass auf dem Gelände eine große Tiefgarage unter den Gebäudekörpern entstehen soll, um die nötigen Stellplätze für die Bewohner zu schaffen. Das sei planerisch „besonders anspruchsvoll“ und erfordere eben auch mehr Zeit. Erst wenn die nötigen Prüfungen abgeschlossen seien, könne auch die Baugenehmigung erteilt werden. 

Wann genau das sein wird und wann Jatzkowski damit rechnen und die Baufirmen bestellen kann, bleibt vorerst unklar. Sehr wohl klar ist damit aber, dass das Gras auf dem Gelände wohl noch eine Weile weiter wachsen kann.

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