Polizei erwischt immer mehr Fahrer mit dem Handy

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Fahren und das Handy benutzen ist verboten.

Soest - Trotz Strafandrohung und Appellen ans Gewissen, während des Fahrens keine gefährlichen Situationen durch Telefonieren oder Schreiben am Handy heraufzubeschwören – immer mehr Auto- und Radfahrer werden von der Polizei dabei erwischt und zur Kasse gebeten. Über die Gründe dafür sprach Achim Kienbaum mit dem Pressesprecher der Kreispolizei, Frank Meiske.

Gilt der bundesweite Anstieg von Fällen, in denen Verkehrsteilnehmer mit dem Handy am Ohr erwischt worden sind, auch für den Kreis Soest?

Frank Meiske

Meiske: Leider muss ich das bestätigen. Im Fokus stehen dabei natürlich gerade in der Berichterstattung meist die Autofahrer, weil sie mit ihren Fahrzeugen ein ganz besonderes Gefahrenpotenzial darstellen, wenn sie abgelenkt werden. Da haben wir im vergangenen Jahr von Januar bis Ende Juni 837 Anzeigen schreiben müssen. Dafür gibt´s dann 60 Euro Geldbuße und einen Punkt in Flensburg. In diesem Jahr hatten wir im Vergleichszeitraum 839 Fälle. Bei Radfahrern ist der Anstieg dagegen wesentlich dramatischer: Die Zahl der Anzeigen in diesem Bereich stieg von 129 in den ersten sechs Monaten in 2015 auf 295 im ersten Halbjahr 2016. Die Quittung dafür sind jeweils 25 Euro Strafe. Darunter fallen dann auch Fälle, wo die Radfahrer durch den Gebrauch von Kopfhörern so stark abgelenkt waren, dass sie nicht mehr uneingeschränkt am Verkehr teilnehmen konnten, oder einhändig mit ihrem Handy jonglierten und dadurch ebenfalls stark eingeschränkt waren.

Worauf führen Sie diesen starken Anstieg der Fallzahlen zurück?

Meiske: Das hängt sowohl damit zusammen, dass die Kollegen viel sensibler für dieses Thema geworden sind aber auch damit, dass einfach mehr Radfahrer zum Handy greifen. In vielen Fällen berichten die Kollegen davon, dass das Unrechtsbewusstsein der Erwischten sehr gering ist, offensichtlich glauben viele, dass es in Ordnung ist, beim Radeln zu telefonieren.

Warum ist das nicht nur verboten, sondern möglicherweise richtig gefährlich?

Meiske: Natürlich geht es dabei vor allem um die Ablenkung, sowohl durch Blicke aufs Display als auch durch laute Musik, die alles andere weitgehend ausblendet.

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