Fleißiges Volk

Bei Ford steigen jetzt die Bienen aufs Dach

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Jochen Bock (links) und Sven Ticks freuten sich darüber, dass die ersten Arbeitsbienen an ihrem neuen Standort ausschwärmten.

Soest – Solche Mitarbeiter schickt wohl kein Chef gerne weg: Von früh bis spät bienenfleißig ohne dabei groß kontrolliert werden zu müssen, genügsam und selbstständig arbeitend, für ganz kleines Geld eine große Leistung. Da konnte Jochen Bock einfach nicht Nein sagen. Wollte er aber auch gar nicht: Über das erste Bienenvolk auf dem Dach seines Ford-Centers am Schloitweg freute er sich jetzt nämlich gleich aus mehreren Gründen.

„Das passt perfekt zur Philosophie unseres Unternehmens“, erklärte Bock mit leuchtenden Augen, die er bei der Gelegenheit auch über die Solarzellen auf den Dächern seines Betriebes schweifen ließ – und die dann bei Sven Ticks inne hielten, dem Mann, der das Bienenhaus samt ungefähr 15 000 Bienen aus Ulm nach Soest kutschiert hatte. 

Ticks und Bock werden sich in den nächsten Monaten öfter sehen: obwohl Bienen den Menschen eigentlich nicht brauchen, wie der Fachmann aus dem Süden der Republik glaubhaft versicherte, werden sich er selber – oder Kollegen von ihm von „Bee Future“ – bis zum Ende des Sommers einmal monatlich davon überzeugen, dass es den Tieren der Gattung „Kärntner Biene“ im Soester Südwest gut geht. 

Genügend Nahrungsquellen

Ticks hat daran keinen Zweifel: Die Bienen haben hier alles was sie brauchen“, verwies der Experte auf ausreichend Nahrungsquellen für die Tiere, um in den kommenden Monaten genügend leckeren Honig in die Waben im Inneren des Stocks einlagern zu können.

Autohaus-Besitzer mit Interesse an Umwelt

Und warum fliegt ein Soester Autohaus-Besitzer auf die Idee, sich einen Bienenstock aufs Betriebsdach zu setzen? Da könnte Bock weit ausholen, will er aber gar nicht: Er ist seit langem an Umweltthemen interessiert, hat in Soest unter anderem ein eigenes Carsharing-Modell forciert, und war deshalb sofort Feuer und Flamme für die Idee, als er von der Firma „Bee Future“ hörte.

Bestand ist bedroht

Bekanntlich spielen Bienen für die Erhaltung einer Artenvielfalt, die den Namen auch verdient, eine ganz wichtige Rolle, sind aber gleichzeitig durch verschiedene Faktoren immer mehr in ihrem Bestand bedroht. 

Mit seinem ersten „eigenen“ Volk, mit dem er erklärtermaßen keine Konkurrenz zu den Imkern im Umkreis sein will, kann Bock jetzt einen eigenen Beitrag dazu liefern, dass Bienen zumindest in einem Umkreis von bis zu fünf Kilometer um den Schloitweg herum, auch in Zukunft fleißig „abstauben“ können.

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