Ingrid und Wolfgang Ehlers: „Die Hanse verbindet“

Dieser Bogen erinnert Ingrid und Wolfgang Ehlers an Weliki Nowgorod, auch bekannt durch seine Glockenwand. -  Foto: Dahm

SOEST - Wo die Vokabeln nicht reichen, da klappt die Verständigung meistens mit Händen und Füßen. Menschen begegnen sich, lernen sich kennen, essen, trinken miteinander, sehen sich irgendwann irgendwo auf dem Kontinent wieder und haben sich immer etwas zu erzählen. „Die Hanse verbindet“, wissen Ingrid und Wolfgang Ehlers.

Wie viele Kilometer das Soester Ehepaar schon zurücklegte, um die Städte der Gemeinschaft zu besuchen – und dort so gut wie immer auf Freunde zu treffen –, das lässt sich kaum noch nachhalten. Kaufleute zogen einst über die Handelswege gen Norden, bis in die Gegenwart finden sich ihre Spuren, hier und anderswo. Dieses Kapitel der Geschichte rückt der „Tag der internationalen Hanse“ in den Blick.

Sitzen „Hanseaten“ zusammen, gesellen sich mehr Leute hinzu, begrüßen sich und plaudern, dann vergeht die Zeit wie im Flug, betonen Ingrid und Wolfgang Ehlers. Ihre Begeisterung begann vor genau 20 Jahren beim Internationalen Hansetag in Soest, in dessen Vorbereitung sie eingebunden waren. Wohl kaum ein Soester, der damals mitfeierte, sich an den Ständen umsah, die Handwerkskunst bewunderte und sich am Kulturprogramm erfreute, hat dieses große Fest mit vielen europäischen Delegationen jemals vergessen. Soest besiegelte damals offiziell die Partnerschaft mit Herzberg (Brandenburg), Strzelce Opolskie (Groß-Strehlitz; Polen), Sarospatak (Ungarn) und Visby (Schweden).

Damals sei der Funke übergesprungen, so Ingrid und Wolfgang Ehlers, die fortan beinahe jedes Jahr mit weiteren Soestern Kurs auf die internationalen Märkte nahmen. Gleich im folgenden Jahr ging’s nach Bergen an der Westküste Norwegens.

Danach hieß es: „Auf nach Danzig“. Ehlers sind heute noch fasziniert davon, wie offen, freundlich und vorbehaltlos die Polen auf sie zukamen. „Beim großen Umzug durch die Altstadt zum Abschluss standen die Menschen beiderseits der Straße, jubelten und klatschten Beifall – ein Gänsehaut-Gefühl“, schildern sie. Mit allen Berichten und Bildern ließen sich komplette Bände füllen. Jeder einzelne Hansetag steckt voller Geschichten von Menschen, die dies- und jenseits der Grenzen aufeinanderzugehen und vor allem eins wollen: In Frieden leben und miteinander auskommen. Sollen sie nur einen Veranstaltungsort nennen, der aus der inzwischen langen Liste herausragt, nennen Ehlers sofort einen Namen: Weliki Nowgorod in Russland vor sechs Jahren. Die Kumpaney – eine Soester Mittelaltergruppe – hatte damals eine Einladung erhalten, die sie gern annahm, um Soest dann auch offiziell zu vertreten.

Mit ihren Gewandungen fielen die Besucher im Straßenbild auf, viele blieben stehen und wollte sich mit den Westfalen fotografieren lassen. Als Erinnerungsstück brachten Ehlers unter anderem einen Kochtopf mit, der unverwüstlich ist und bei den Lagern der Mittelalterfreunde zum Einsatz kommt. -  Köp.

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