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„Warum lassen Sie sich nicht impfen?“: Das sind die Antworten der Leser

Impfung
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Flüssiger Schutz: Auch wenn sich geimpfte Menschen mit Corona infizieren, hilft die Spritze dennoch. Sie erkranken in jedem Fall seltener.

Die Frage unseres Leserforums lautete: „Warum lassen Sie sich nicht impfen?“ Das sind die Antworten.

Kreis Soest – 204 657 Menschen und damit 68 Prozent der Bevölkerung im Kreis Soest haben sich mittlerweile mindestens einmal gegen das Coronavirus impfen lassen. Den vollständigen Impfschutz haben inzwischen 191 391 Personen, was einer Quote von 63,6 Prozent entspricht. Das geht aus den aktuellen Daten der KVWL vom Dienstag hervor.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass mehr als 96 000 Personen (noch) nicht geimpft sind. Von ihnen wollten wir wissen, was die Gründe dafür sind – fernab von irgendwelchen Verschwörungstheorien. Hier eine Auswahl der Antworten.

Gründe gegen die Corona-Impfung - das sagen die Leser

Beate Weitkemper: „Unsere Familie gehört zu den Genesenen, daher liegt es mir fern, diese Erkrankung zu verharmlosen. Dennoch fände ich es sehr unwahrscheinlich, dass jemand, der die Erkrankung durchgemacht hat und dessen Immunantwort offenbar gut war, nach exakt sechs Monaten plötzlich ansteckender und gefährdeter wäre als ein geimpfter Mensch. Ich weiß um die erstaunliche Komplexität unseres Immunsystems. Die erst seit Kurzem notfallmäßig zugelassenen und massenhaft verimpften mRNA- und Vektor-Impfstoffe mit gentechnisch verändertem Virusmaterial greifen in völlig neuer Weise in unsere Immunsysteme ein. Ich habe den Eindruck, dass – ähnlich wie früher bei Pflanzenschutzmitteln – die teilweise gravierenden unerwünschten Nebenwirkungen von Seiten der Politik und Medien sehr verharmlost und heruntergespielt werden. Langzeitwirkungen kennt noch niemand.“

Peter Stanke: „Die Aufklärung bezüglich der bedingt zugelassenen Impfstoffe ist mir zu wenig. Ich lasse mich nicht von der Politik zwingen beziehungsweise erpressen. Wer sich impfen lassen möchte, soll das. (...) Wer sich nicht impfen lässt, soll aber nicht indirekt gezwungen werden. Jeder Mensch hat das Recht, über sein eigenes Ich sowie seinen Körper selbst zu entscheiden.“

Anonyme Zuschriften: „Dass Geimpfte weiterhin an Covid-19 erkranken können und damit auch andere anstecken können, ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Eine sogenannte ,sterile Immunität‘ (nicht erkranken, nicht anstecken), wie wir sie von anderen Impfungen kennen, folgt nach der Corona-Impfung eben nicht.“

„Wir haben das Recht, über unseren Körper zu bestimmen und medizinische Behandlungen abzulehnen, wenn wir es für richtig halten. (...) Langfristige und transgenerationale Auswirkungen sind unbekannt.“

Samuel Pepys: „Meine Angst vor den Nebenwirkungen der Impfung ist so groß wie die vor Corona. (...) Allein in meiner kleinen Verwandtschaft und Bekanntschaft lagen die meisten Geimpften einen bis drei Tage mit Fieber und Kopfschmerzen im Bett. (...) Man kommt auch ins Grübeln, wenn ein Land wie Israel, das bis vor Kurzem noch als ein Modell- und Vorzeigeland in Sachen Impfung gepriesen wurde, nun plötzlich zum Hochrisikogebiet erklärt wird. Was sagt uns das über die Wirksamkeit des Impfens? Und wann hört das eigentlich auf? Nach der dritten, der vierten oder gar der fünften Welle? Und was werden die Langzeitfolgen sein?

(...) Es ist bei Impfungen seit Jahrzehnten üblicher Brauch, dass man nicht in bestehende Infektionen hineinimpft. Bei Corona gilt das plötzlich nicht mehr. Man musste im Lockdown getestet sein, um ein paar Socken zu kaufen. Geimpft wurde man ohne Test. (...) In der Summe scheinen die Impfungen nicht zu halten, was sie versprechen, und sie sind gefährlicher als im Allgemeinen zugegeben wird. Vor allen bei den Kindern und Jugendlichen sollte man doppelt vorsichtig sein, damit sie nicht an Folgen leiden müssen, für die jedenfalls die Hersteller gemäß der abgeschlossenen Verträge keine Haftung übernehmen müssen.“

Das sagen zwei Redakteure

„Warum ich mich dann doch habe impfen lassen“
Von Kathrin Bastert

Der Druck hat gewirkt. Als die ersten Politiker das Ende der kostenlosen Schnelltests forderten, als zum ersten Mal die Rede von einer „2G“-Regel war, habe ich mich zum ersten Mal impfen lassen. Nur vier Wochen später, bei meinem zweiten Termin, war schon beschlossene Sache, dass Tests ab 11. Oktober aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Und Borussia Dortmund ließ (fast) nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion.

Ich bin nicht glücklich mit meiner Entscheidung. Ich fühlte mich in meiner Entscheidung nicht frei. Und ich bin nach wie vor besorgt, wie mein Immunsystem auf den mRNA-Wirkstoff reagieren wird. Denn dazu gibt es noch keine sicheren Erkenntnisse, es kann sie nicht geben. Ich bin in dieser Hinsicht vorbelastet, und ich hätte trotzdem keine Chance gehabt auf eine Bescheinigung, die mich weiter reisen ließe, mir weiter kostenfreie Tests ermöglicht hätte.

Ich habe mich für die Impfung entschieden. Weil ich mein, weil ich unser aller normales Leben zurück will.

Aber ich ärgere mich über das Gefühl, gedrängt worden zu sein. Ich ärgere mich über die Relativierung von Problemen, die viele in meinem Umfeld nach einer Impfung hatten und haben. Darüber, dass massenhafte Menstruationsprobleme von Frauen nicht der Rede wert sind. Dass Freunde, Kollegen, wochenlang schlapp und müde sind.

Ich will mit meinen Bedenken ernstgenommen werden. Nur dann kann ich frei entscheiden.

Botschaft an die Finger-Nasen-Armee
Von Jürgen Vogt

Ich bin nicht geimpft. Und ich lasse mich auch nicht impfen. Mal ganz ehrlich: Haben Sie innerlich spätestens beim zweiten Satz mit dem Finger auf mich gezeigt? Oder wenigstens empört die Nase gerümpft? Dann wären Sie mit ihrem Finger und ihrer Nase nicht allein. Vielmehr gehörten Sie zu einer immer deutlicher hervortretenden Finger-Nasen-Armee, die jeden Tag größer wird. Wieso? Weil Politik und Teile der öffentlichen Meinung sich eingeschossen haben auf uns Ungeimpfte. Es gilt, die Uneinsichtigen mit Druck gefügig zu machen. Und ihnen möglichst hohe Hürden in den Weg zu stellen.

Was dabei auf der Strecke bleibt, ist der Dialog. Also: Nase glätten, Finger runter, zuhören und entspannt bleiben. Ist die Impfung sicher? Wie lange hält sie? Wie gut schützt sie vor Übertragungen auf andere? Ist für mich mit meiner Vorgeschichte die Impfung sinnvoll? Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung für mich in meinem ganz persönlichen Umfeld? Weil es auf so gut wie alle Fragen keine eindeutigen Antworten gibt, darf, nein: muss es auch unterschiedliche Entscheidungen geben. Ich jedenfalls habe keine Angst vor einer Erkrankung, aber großen Respekt vor Langzeitimpffolgen. Mir ist es lieber, mich mit Sport und guter Ernährung gesund und ausgeglichen zu halten, anstatt auf die Spritze als Lösung zu setzen. Dafür bin ich bereit, die Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Und ich werde auf Euch Geimpfte weder mit dem Finger zeigen noch die Nase rümpfen. Versprochen.

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