Wie hibbelige Hunde ruhiger werden

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Beagle "Lucky" übt mit Frauchen, wie er seine Pfoten im Parcours koordiniert. Dabei muss er sich konzentrieren und wird ruhiger.  

Soest - Nicht nur Menschen können hibbelig sein, wenn sie aufgeregt oder nervös sind. Auch Vierbeinern – besonders jungen Hunden – fehlt oft die innere Ruhe, um die Befehle der Besitzer zu befolgen. Jetzt ist im Tierheim ein Kursus für „Hibbelige Hunde“ gestartet, den die Hundetrainerin Anja Petermann leitet. 

Lucky, Titus, Gina und Paula fühlen sich pudelwohl. Die Hunde kommen jeden Freitagmorgen mit Frauchen und Herrchen auf die große Wiese am Tierheim, um zu trainieren, Befehlen besser zu gehorchen, sich dabei nicht ablenken zu lassen und ruhiger und gelassener zu werden – auch, wenn gegenüber ein anderer Hund zum spielen lockt. „In diesem Kurs geht es in erster Linie um Impulskontrolle. Die Hunde sollen lernen, Bewegungsimpulsen zu widerstehen, sich zurück zu nehmen und auch mal Frust auszuhalten“, sagt Anja Petermann. Dies sei in der Beziehung Mensch-Hund wichtig.

 „Wenn man mit dem Hund spazieren geht und er springt Kinder an, die gerade Ball spielen, geht das nicht“, erklärt die Trainerin. In der ersten Runde wird trainiert, den Hund davon abzuhalten, hinter dem Spielzeug herzurennen. Frauchen oder Herrchen werfen ein Spielzeug hin, doch das Tier wird mit „bleib“ dazu aufgefordert, still sitzen zu bleiben. Dazu gehört schon viel Selbstbeherrschung. „Wir arbeiten mit positiver Bestärkung, Lob und Belohnung“, sagt Petermann. 

Es sei wichtig, den Hund schnell zu belohnen, wenn er etwas richtig gemacht habe. Dann gibt es ein Leckerli für den Vierbeiner. Anja Petermann arbeitet auch mit Markerwörtern. Das sind kurze Worte oder prägnante Geräusche, die der Besitzer äußert und die dem Hund signalisieren: „Prima, das hast du richtig gemacht.“ „Das Markerwort wirkt als sekundärer Verstärker des Lobes und der Belohnung“, so Petermann.

 In der Motorikrunde gehen die Hunde durch einen Parcours, sie balancieren auf kippeligen Wackelbrücken, schreiten vorsichtig über Autoreifen und schmale Bretter. „Zu diesen Koordinationsübungen gehört Körperbeherrschung, die Hunde spüren, sie müssen diese Übungen langsam und koordiniert machen, Pfote für Pfote. Dabei kommen hibbelige Hunde runter und werden ruhiger“, erklärt die Hundetrainerin. 

Zum Schluss der Übungsstunde wird noch die Leinenführigkeit geübt. Anne Hoffmann ist mit ihren einjährigen Mischlingshund „Titus“ dabei. „Titus ist superlieb. Vor ihm hatte ich Hündinnen, die waren etwas ruhiger. Doch Titus ist noch jung und ungestüm. Wichtig ist mir, dass er hört und beim Spazieren gehen nicht an anderen Leuten hochspringt“, sagt Anne Hoffmann. Ihr macht der Besuch des Kurses mit den anderen Besitzern und Hunden großen Spaß.

 „Gina“, die 9-jährige Berger-de-pyrenees-Hündin von Bernhard Anzalone, ist ein Hütehund, der Angst hat und in seiner Jugend schlecht sozialisiert wurde. „Sie will das verteidigen, was sie hat und bellt und schnappt schon mal.“ Deshalb nimmt Gina regelmäßig am Hundetraining teil, um ruhiger zu werden und besseren Kontakt zu Hunde

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