Bisher kein Beherbergungsverbot

Hotels in Soest dürfen jeden Gast aufnehmen

Hotels in Soest dürfen jeden aufnehmen
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Hotels in Soest dürfen jeden aufnehmen.

Noch gibt’s das viel diskutierte Beherbergungsverbot in Nordrhein-Westfalen nicht. „Darum dürfen wir eigentlich jeden aufnehmen – auch Reisende aus Risikogebieten. Ohne Attest und ohne Quarantäne“, sagt David Bontempi vom integrativen Hotel Susato.

Soest - Doch ändern sich die Feststellung der Risikogebiete und die Vorschriften fast täglich. Das führt zu vielen Verunsicherungen, die Hoteliers wie Gästen zu schaffen machen. „Ich bin seit 40 Jahren in der Branche, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, klagt Petra Stehnert, Inhaberin vom Hotel Gellermann. Seit vergangener Woche sitze sie nahezu den ganzen Tag am Telefon, nehme Stornierungen entgegen, informiere, berate und tröste Gäste, die nicht kommen dürfen oder aus Sorge vor Corona nicht kommen wollen, schildert sie.

Nebenbei überprüft Stehnert ständig, ob alle Schutzmaßnahmen und Regeln eingehalten werden. Alles kostet Zeit und Kraft. „Ich bin mit einer Stornierung länger beschäftigt, als wenn ich früher eine ganze Gruppe unterbringen musste“, sagt die Gellermann-Chefin. Gleichzeitig weiß sie, dass sich diese Zeit nicht auszahlt, sondern jede Stornierung eine finanzielle Einbuße bedeutet. Und davon hat sie reichlich.

Mit starken finanziellen Einbußen rechnet man auch im „Hotel am Wall“. Früher sei das Haus oft mit Niederländern oder Belgiern komplett ausgebucht gewesen. „Jetzt wüsste nicht, wann ich zuletzt hier einen Niederländer gesehen hätte“, sagt Mitarbeiterin Melanie Kinder. Belgien gilt auch längst als Risikogebiet.

Wenn die Gäste aus ausländischen Risikogebieten nicht von selber zuhause bleiben, sondern nach Soest kommen wollen, ist Fingerspitzengefühl gefragt. „Wir haben das im persönlichen Gespräch mit einer Gruppe geklärt“, berichtet Birgitt Moessing von der Tourist Information.

Derartige Fälle hat sie jedoch selten, meistens klären die Busunternehmen, die Tagesfahrten in die Bördestadt organisieren, schon im Vorfeld ob Risiken bestehen oder nicht. „Wenn eine Stadtführung gebucht wird, fragen wir erst unsere Führer, ob einer auch Gruppen aus Risikogebieten zu führen bereit ist. Wenn nicht, sagen wir ab“, sagt Moessing.

Absagen und Stornierung kassiert auch Iris Santana, Chefin des „Pilgrimhauses“ seit Ende vergangener Woche täglich. Sie weiß, das die Menschen in Risikogebieten angeschrieben und mit Merkzetteln über die jeweilige Landesverordnung informiert werden. Betroffene dürften ihren Bezirk nicht verlassen, weiß sie.

Auch sie selber macht sich regelmäßig über die sich ändernden Verordnungen kundig. Von ihrem Verband, der Dehoga (Deutscher Hotel und Gaststättenverband), wird sie ebenfalls ständig auf dem Laufenden gehalten. Und wie ihre Kollegen versucht sie alles richtig zu machen, um sich, ihre Mitarbeiter und ihre Gäste vor Corona zu schütze

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