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Ein Hotel checkt aus: Aus bekanntem Soester Restaurant wird bald eine Stadtvilla

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Von: Achim Kienbaum

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Hotel Drei Kronen wird bald schließen
Das „Drei Kronen“ ist eines der markantesten Fachwerkhäuser in der Soester Altstadt. Aber seine Tage als Hotel sind gezählt. © Peter Dahm

Ihr müdes Haupt betten Menschen seit vielen Jahrhunderten in dem Haus mit der Adresse Jakobistraße 39. Das können sie auch weiterhin tun. Allerdings dann als Mieter und nicht mehr als Hotelgäste. Das „Drei Kronen“ ist verkauft worden, eine gastronomische Nutzung plant der neue Eigentümer nicht mehr.

Soest – Seit über zwei Jahren hatte Thomas Greul einen Käufer gesucht, aus persönlichen Gründen wollte sich der Gastronom von dem Betrieb mit Gastraum und acht Gästezimmern trennen, der seit 1996 sein berufliches Leben geprägt und den er 2010 auch erworben hatte. In Dieter Schädel fand der 54-Jährige diesen Käufer schließlich – bereits im Juli wurde der Vertrag unterzeichnet.

Bis Ende Oktober hat Greul jetzt Zeit, seinen Betrieb abzuwickeln, anschließend wird er vier Wochen lang alles ausbauen, was für die Gastronomie gebraucht wurde – für dieses Inventar hat der neue Eigentümer keine Verwendung mehr.

Ein Haus mit reicher Geschichte

Erstmals erwähnt wird das Haus, das später das „Drei Kronen“ werden sollte, bereits im Jahr 1421. Über die Jahrhunderte danach gibt es nur lückenhafte Aufzeichnungen. 1757, im Siebenjährigen Krieg, baute der damalige Eigentümer Kanmer eine Bäckerei und Brennerei ein und führte auch die Gaststätte im Haus. Sein Nachfolger Georg Cöster, damals auch der Bürgermeister der Stadt, nannte das Hotel „Zu den drei Kronen“.

„Aus dem Hotelgebäude mit seinen rund 400 Quadratmetern Nutzfläche soll eine Stadtvilla werden, mit Platz für eine Praxis oder Kanzlei und mehrere Wohnungen, die vermietet werden“, hat Dieter Schädel bereits ziemlich genaue Vorstellungen, welche Zukunft er für das denkmalgeschützte Haus im Auge hat. Den kleineren Teil des „Doppelhauses“ mit der Hausnummer 37 und einer Wohnfläche von 90 Quadratmetern will er als Einfamilienhaus herrichten. „Angesichts des Gesamtzustandes und des Alters der beiden Gebäude wird das eine Herausforderung“, macht sich Schädel keine Illusionen über die Dimensionen seines neuesten Projektes. Er sieht sich dafür aber gut gerüstet.

Dieter Schädel hat Drei Kronen gekauft
Dieter Schädel hat das „Drei Kronen“ gekauft und will daraus ein Wohn- und Geschäftshaus machen. © Dülberg

„Wir haben ja schon andere Häuser unter Denkmalschutz erworben und so umgebaut, dass sie alle Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten erfüllen“, verweist Schädel auf ebenfalls denkmalgeschützte Immobilien wie die ehemalige DRK-Kreisverbandszentrale in der Höggenstraße oder den Lohof in Bad Sassendorf, die er in der Vergangenheit gekauft und umgebaut hat. „Alles spannende Projekte, bei denen wir viel gelernt haben“, vertraut Schädel darauf, niemals auszulernen.

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