Wie geht "Letzte Hilfe"? Hospizbewegung gibt Tipps

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Für Sterbende da sein: Die Hospizbewegung plant einen Kursus in „Letzter Hilfe“.

Soest – Sterben gehört zum Leben! „Dieses Stück Normalität möchten wir vermitteln“, hebt Dorothee Neugebauer hervor, Koordinatorin der Hospizbewegung. Sie hält das erste Mal in Soest einen Kursus in „Letzter Hilfe“. Angehörige erfahren, wie sie Sterbenden beistehen und was sie ihnen Gutes tun können. 

Dorothee Neugebauer weiß aus dem beruflichen Alltag und vielen Gesprächen, wie groß der Bedarf an einem solchen Angebot zum Abschiednehmen ist. Familien bedauerten oft, wie wenig sie wissen, es sei ihnen wichtig, die richtigen Handgriffe zu kennen. Diese Lücke möchte sie füllen: Es wäre schön, meint sie, wenn Teilnehmer später sagen, wir waren gut vorbereitet, unsere Mutter, unser Vater ist in Frieden gegangen. Oft seien es schon Kleinigkeiten, die rasch Linderung verschaffen, schildert die Mitarbeiterin des ambulanten Hospizdienstes. 

Sie weist als Beispiel auf ein Sprühfläschchen zum Befeuchten den Mundes hin, mit Wasser oder – wenn es der Sterbende wünscht – auch mit einem Schluck Wein. Ananas in Stückchen eingefroren sei ein guter Durstlöscher. Derart praktische Tipps zur praktizierten Mitmenschlichkeit in der Familie oder in der Nachbarschaft werden ebenso Thema sein wie Rituale am Sterbebett. Soll eine Kerze brennen, ein Kreuz in Sichtweite stehen? 

Fragen wie diese werden besprochen: Woran erkenne ich, dass ein Mensch im Sterben liegt? Welche Bedürfnisse hat er. Welche Symptome treten auf? Was muss ich beachten, um einem Angehörigen den Wunsch, in vertrauter Umgebung zu bleiben, ermöglichen zu können? Tabus gibt es in der Runde nicht. Die Teilnehmer sind eingeladen, anzusprechen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Dorothee Neugebauer sagt es deutlich: „Angehörige lernen, aktiv zu gestalten und nicht nur weinend am Bett zu sitzen. Sie bekommen gebündelte Informationen.“ Ihrer Erfahrung nach, möchten die meisten Menschen gerne zuhause sterben, doch nur relativ wenigen sei dies auch möglich. Der dreistündige Unterricht solle Ängste nehmen, solle ermutigen, dem Sterbenden liebevolle Aufmerksamkeit zu geben, 

einfach für ihn da zu sein und auszuhalten. Sie beschreibt die Inhalte so: „Eine Tablette können wir alle geben, doch dem Sterbenden tut auch Zuwendung gut, etwa durch eine Aroma-Handmassage.“ Die Koordinatorin stellt einmal mehr fest: „Es geht um Lebensqualität – und  zwar bis zum allerletzten Augenblick.

Info

Die Planungen für einen Termin laufen. Wer Interesse hat und weitere Informationen braucht, wende sich an die Hospizbewegung: Telefon 0172/2330448.

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