Mehr Interessenten

Homeoffice wegen Corona: Wunsch nach Hund wird größer - Doch das sollten Sie beachten

Viele, die zuhause arbeiten, wünschen sich einen Hund. Das ist eine Erkenntnis, die sich insbesondere in der Corona-Zeit herauskristallisiert, in der Home Office mehr gelebt als je zuvor.

Soest - Homeoffice, das wegen des Coronavirus einen Aufwind erfährt, lässt den Wunsch nach einem Hund oder einem anderen Haustier wachsen. Diese Erfahrung macht Birgit Oberg, die Leiterin des Tierheimes am Birkenweg in Soest. Sie berichtet von einer steigenden Zahl von Interessenten, die sich bei ihr melden und erzählen, weil sie nun nicht jeden Tag in die Firma fahren müssten und daheim arbeiteten, wäre es doch schön, einen Hund aufzunehmen. (News zum Coronavirus)

TierHaushund
wilde StammformWolf
Täglicher Schlafbedarf12 bis 14 Stunden (Erwachsener)
Lebenserwartung10 bis 13 Jahre

Homeoffice wegen Corona: Wunsch nach Hund wird größer - Haustier braucht jahrelang Aufmerksamkeit

Im Homeoffice hätten sie Zeit, sich um den neuen Hausgenossen zu kümmern und mit ihm spazieren zu gehen. Birgit Oberg erklärt ihnen dann, dass es mit ein paar Wochen nicht getan sei, der Hund vielmehr auf Dauer und auf lange Jahre hinaus Aufmerksamkeit brauche.

Die Tierheim-Leiterin aus Soest rät ab, bei einer Entscheidung für ein Haustier allein die momentane Situation zu betrachten, weiß aber auch: Mancher, der im Tierheim nicht zum Zuge kommt, schaut sich woanders um, mit der Gefahr bei unseriösen Adressen zu landen.

„Viele sagen, sie wollen einen billigen Hund“, schildert Birgit Oberg, „und die finden sie häufig im Internet-Handel.“ Dort gibt es Tiere, die äußerlich genau den Vorlieben derer entsprechen, die die Bestellung anhand eines digitalen Kataloges aufgeben: Der Hund soll zum Beispiel ganz nach persönlichem Geschmack pechschwarz oder goldbraun sein, Knopfaugen haben und lieb gucken.

Bella, ein Bosnischer Herdenschutzhund – hier mit Nadine Alex – gehört zu den Tierheim-Schützlingen, die ein gutes Zuhause suchen. 

Homeoffice wegen Corona: Wunsch nach Hund wird größer - Warnung vor dubiosen Anbietern

Die Tierheim-Leiterin warnt dringend vor dubiosen Anbietern, die sich im weltweiten Netz tummeln und keine Skrupel haben, kranke Lebewesen zum vermeintlichen Schnäppchenpreis auf den Markt zu bringen. Welpen-Fabriken, die süße Hunde-Babys wie am Fließband produzieren, sind somit immer noch ein blühender Industriezweig.

Für Interessenten, die im Homeoffice arbeiten, sich einen Hund anschaffen wollen und möglicherweise mit naiven Vorstellungen in die Haustier-Suche gehen, hat Birgit Oberg einen wichtigen Hinweis parat: „Der Käufer bekommt kein Muttertier zu sehen.“ Das bedeutet: Das Kleine wird meist viel zu früh von der Mutter getrennt, so dass die für den Hund sehr wichtige Sozialisierung nicht stattfinden kann. Oft sind sie zudem vom Transport geschwächt und kaum überlebensfähig. Auch die Eltern sind erheblichem Leid ausgesetzt.

Weil die Mitarbeiter des Tierheimes die ihnen anvertrauten Schützlinge in gute Hände geben möchten, achten sie darauf, so Birgit Oberg, dass Mensch und Haustier zusammenpassen. Dabei gehe es unter anderem um die Fragen, ob trotz oder vielleicht wegen Homeoffice genug viel Zeit für den Hund zu Verfügung steht und welche Eigenschaften er mitbringt. Birgit Oberg berichtet auch von Anrufen, die gerade im Frühjahr eingingen, als die Schulen geschlossen hatten und die Kinder zuhause blieben. Da habe sich die ein oder andere Familie nach einem geeigneten Vierbeiner erkundigt. Den Tierschützern ist es wichtig, das Tierwohl im Auge zu behalten.

Homeoffice wegen Corona: Wunsch nach Hund wird größer - Fällt die Bescherung aus?

Birgit Oberg blickt – wie so viele – auf ein herausforderndes Jahr durch Corona zurück. Schön sei es, dass viele Spender ein Herz für Tiere haben und einen Obolus geben, andererseits fallen derzeit die meisten Veranstaltungen auf dem Gelände weg. Lediglich im Herbst sei es gelungen, unter Corona-Auflagen einen Flohmarkt durchzuführen. Die Tierheim-Leiterin: „Das hat prima geklappt, die Besucher waren total diszipliniert.“ Die Vermittlung der Hunde ist derzeit nur nach Terminabsprache möglich.

Viele Veranstaltungen, deren Erlös den Tieren zugute kommt, mussten in diesem Jahr ausfallen. Auch die beliebte Tier-Bescherung steht auf der Kippe. Diese Veranstaltung lief immer so gut, dass die Futtermenge für etwa sechs Monate gesichert war, berichtet Birgit Oberg. Natürlich haben alle Tierfreunde die Möglichkeit, dem Tierheim eine Spende zukommen zu lassen. Mit dem Termin im Dezember hätten wir uns aber gern bei ihnen bedankt, so die Leiterin.

Wer sich im Homeoffice befindet, stellt sich allerdings nicht nur Fragen zur möglichen Anschaffung von einem Hund. Auch Steuerfragen beschäftigen viele Arbeitnehmer*. Und zudem interessant: Das was viele unter dem Wort Homeoffice verstehen, ist eigentlich ein Irrglaube. Der eigentliche Begriff ist mobiles Arbeiten. Doch was ist dann Homeoffice? - *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Dahm

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