1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Soest

Altes Spritzenhaus in Ampen wird zum Kaufladen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Heyke Köppelmann

Amper Spritzenhaus
Neues Leben für ein traditionsreiches Gebäude: Norbert Dodt, Ulrich Dellbrüger, Svenja Derkmann und Christoph Behrens-Witteborg (links) vor dem Amper Spritzenhaus. Im Turm hängt die Amper Glocke.  © Peter Dahm

In ein altes Gebäude in Ampen kehrt neues Leben ein.

Ampen – Der Herbst bringt Kürbisse in großer Sortenvielfalt. Rund, gerippt, glatt, riesig oder mittelgroß leuchtet das Herbstgemüse in Gelb und Orange auch in Ampen. Dort stehen die Türen des alten Spritzenhauses an der Schwefer Straße offen, und wer mag, kann dort auch zu später Stunde oder in aller Herrgottsfrühe einkaufen. Das ehemalige Domizil der Amper Feuerwehr ist jetzt ein Kaufladen.

Damit erweitert der Hof Behrens-Witteborg sein Angebot, das bei den Ampern gut ankommt, ebenso bei Passanten, die über die frühere Bundesstraße 1 fahren, dann anhalten und die Gelegenheit nutzen, sich mit regionalen Produkten zu versorgen. Sie bedienen sich selber und legen das Geld in die Vertrauenskasse.

Christoph Behrens-Witteborg und Svenja Derkmann freuen sich über zufriedene Kunden, und Ortsvorsteher Ulrich Dellbrügger ist froh über die ebenso sinnvolle wie zweckmäßige Nachnutzung eines ortsbildprägenden Gebäudes.

Ältere Amper erinnern sich noch an Zeiten, als es im Dorf die kleinen Tante-Emma-Läden gab, die alles vorhielten, was die Familien täglich brauchten. Fehlte etwas im Vorrat, benötigten sie etwas für Mittagessen oder Abendbrot, brauchten sie nur schnell über die Straße zu laufen, in späteren Jahren holten sie ihre Lebensmittel sogar in einem kleinen Supermarkt an der Werler Landstraße. Nun steht ihnen das Spritzenhaus rund um die Uhr zur Verfügung, was zum Beispiel Grillfans zu schätzen wissen, die sich bei schönem Wetter kurzfristig entscheiden, die Holzkohlen zum Glühen zu bringen und dann Bratwürstchen zu brutzeln. Die liegt bei Behrens-Witteborgs frisch im Kühlautomaten. Bei Kartoffeln ist Nachschub vorhanden, und beliebt sind auch die Freiland-Eier aus Ampen. Kinder mögen besonders gern das leckere Bauernhof-Eis aus Recklingsen.

Svenja Derkmann betont, sie lege Wert darauf, dass alle Waren aus der näheren Umgebung kommen. Die Kunden finden eine umfangreiche Auswahl vor, und Svenja Derkmann möchte gern noch weitere Ideen umsetzen.

Ulrich Dellbrüger begrüßt die Initiative des Paares zum Erhalt des mehrere Jahrzehnte alten alten Gebäudes. Norbert Dodt vom Heimatverein „Anadopa“ weist auf die enge Verbindung des historischen Spritzenhauses mit einem Stück Amper Brauchtum hin. Denn im Turm hängt die Glocke, die immer samstags und zu besonderen Anlässen erklingt. Das ist möglich, weil sich Ernst-Heinrich Esken mit „absoluter Zuverlässigkeit“ dafür einsetzt, diese Tradition zu erhalten, gewissenhaft seinen Dienst versieht und per Hand läutet. „Ein Uhrwerk könnte nicht pünktlicher sein“, meint Dodt.

Neubau an der Werler Landstraße

Mit dem ersten symbolischen Spatenstich setzten Vertreter der Stadt und der Feuerwehr im September 2016 ein deutliches Zeichen: „Jetzt geht es los.“ Mit dem Baustart auf einem Grundstück an der Werler Landstraße zeichnet sich das Ende eines langen Weges ab, denn das alte Spritzenhaus war unzureichend und längst nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Es ist so klein, dass die Wehrleute schon viele Jahre lang Klage führten, nur mit Müh und Not passe gerade eines der beiden Fahrzeuge hinein. Das Richtfest folgte im März 2017, gut ein Jahr später stieg das Fest zur Fertigstellung.

Auch interessant

Kommentare