Brände direkt vor Tür

Hörsaal evakuiert: Soester Studenten erleben grauenhafte Waldbrände in Kalifornien

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Am Strand ist von den Feuern nichts zu spüren: Bjarne Nordmark (links) und Tim Hülsenbeck.

Soest - Die grauenhaften Waldbrände in Kalifornien, bei denen bereits mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen sind, haben auch zwei Studenten aus Soest und Möhnesee hautnah zu spüren bekommen. Sie saßen mitten in einer Vorlesung, als Alarm ausgelöst wurde und die Uni wegen des Feuers evakuiert werden musste.

Die wichtigste Nachricht: Tim Hülsenbeck und Bjarne Nordmark sind wohlauf. In der Nacht zum Freitag haben die beiden Soester Studenten einen Bericht zur Lage und zur Stimmung an die Anzeiger-Redaktion geschickt: „Ja, wir fühlen uns sicher, das Feuer ist nicht mehr in unmittelbarer Nähe und die Feuerwehr macht einen guten Job.“ 

Die beiden sind Anfang 20, studieren Sport- und Event-Management in Köln und absolvieren seit einigen Wochen ein Auslandssemester an der California State University. Die Hochschule liegt zwischen Camarillo und Thousand Oaks rund 50 Kilometer westlich von Los Angeles. 

Studentenwohnung auch gesperrt

„Es war alles sehr stressig“ nach dem Alarm, berichtet Bjarne, „draußen konnte man nicht mehr richtig atmen.“ Die Waldbrände hatten sich bis auf wenige Kilometer an die Hochschule vorgefressen. Die Studenten haben mehr als eine Stunde gebraucht, bis sie überhaupt das Uni-Gelände verlassen konnten.

Doppeltes Pech für den Soester: Er studiert nicht nur an der State University, er hat auch eine Studentenbude auf dem Campus, die dann ebenfalls gesperrt war. Fürs Erste ist er zu seinem Freund Tim gezogen. „Momentan befinden wir uns in einem gemieteten Strandhaus mit einigen Kommilitonen am Hollywood-Beach“, schildert Tim. 

Bis zum 26. November sei der Uni-Betrieb lahmgelegt, alle Hausaufgaben und Projekte sind gecancelt. Unter den Studenten mache sich großer Unmut breit, wie die Uni mit solchen Gefahrensituationen umgehe. 

"Versuchen, das Beste daraus zu machen"

Tim: „Andere Hochschulen in der Gegend sind schon längst geschlossen.“ Jetzt am Strand sehe man keinen Rauch mehr und fühle sich sicher. Tim: „Was einen aber traurig macht, sind die Bilder in den Nachrichten und der Gedanke, dass man nur 30 Minuten von dieser Tragödie entfernt lebt und täglich neue Brände entstehen.“ 

Trotz des verheerenden Feuers und eines zwischenzeitlichen Amoklaufs mit Toten unweit der Uni, der mit zum Unterrichtsausfall beigetragen hat, ziehen die beiden Soester ein gutes Fazit unter ihren Auslandsaufenthalt: „Die Professoren und amerikanischen Kommilitonen gehen super mit uns um, wir konnten uns direkt integrieren.“ Die Situation sei nicht einfach, „aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen“.

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