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Hochwasserschutz in Hattrop kostet bis zu 2 Millionen Euro

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Von: Daniel Schröder

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Hochwasser in Hattrop bei Soest
Hattrop war besonders stark vom Unwetter vor sechs Wochen betroffen. Die Politik will jetzt nachbessern, damit sich solche Bilder in Zukunft nicht wiederholen. © Schröder, Daniel

Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Jahren wurden Teile von Hattrop Mitte Juli überflutet. Wie soll sowas künftig verhindert werden?

Hattrop – Rund 20 Hattroper waren am Donnerstagabend in den Ausschuss für Umwelt, Natur und Klimaschutz gekommen. Gespannt hatten sie auf den Besucherplätzen im Großen Saal der Stadthalle Platz genommen, um zu hören, wie es in Sachen Hochwasserschutz für ihren Ort weitergehen soll.

Weil dieses Thema eigentlich Sache des Stadtentwicklungsausschusses (Stea) ist, konnte der technische Beigeordnete Matthias Abel lediglich über den aktuellen Sachstand informieren. Mitte Juli waren Teile des Ortes in Folge eines „außergewöhnlichen Starkregens“ überflutet worden – zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren. Unmissverständlich machte Abel klar, dass man aufgrund der bestehenden topographischen Lage Hattrops nicht ausschließen könne, dass es dort auch in Zukunft zu Überflutungen kommen könnte – egal, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Hochwasserschutz für Hattrop: Starkregen erreichte Stufe sieben von sieben

In seinem Rückblick auf den Starkregen-Tag berichtete Abel, dass ein dichtes Tiefdruckgebiet bei wenig Wind über Soest festgehangen habe. Zweimal habe die Stärke des Regens die siebte von insgesamt sieben Stufen erreicht: „Die Böden waren absolut gesättigt und nicht mehr aufnahmefähig.“ Der Soestbach trat über die Ufer und überflutete den Ort. Der Zufluss des Wassers sei dabei aus verschiedenen Richtungen gekommen. Das Brückenbauwerk der Kreisstraße schien zudem einen Rückstau zu erzeugen.

Für den Hochwasserschutz hatte es schon vor dem erneuten Hochwasser im Juli Pläne gegeben. Diese hätten eine Laufverlegung vorgesehen, für die es einen Bodenabtrag von rund 47 000 Kubikmetern bedurft hätte. Die Kosten hätten sich auf rund eine Million Euro belaufen. Nach dem Hochwasser wurden diese Pläne – noch vor ihrer Umsetzung – überarbeitet: In der neuen Planung ist von mindestens 55 000 Kubikmetern Bodenabtrag zur Errichtung der Rückhaltefläche die Rede. Die Kosten: schätzungsweise zwischen anderthalb und zwei Millionen Euro. „Es würde eine maximale Ausschöpfung des Rückhaltevolumens auf dem derzeit im städtischen Besitz befindlichen Gelände erfolgen.“ Durch diese Maßnahme würde ein Rückhaltevolumen von rund 80 000 Kubikmetern entstehen. Der Eintritt einer mit Juli vergleichbaren Überschwemmungssituation könnte damit um etwa 90 Minuten verzögert werden, indem die erste Abflussspitze gedämpft würde. „Man kauft sich dadurch Zeit. Zeit, die in den Objektschutz investiert werden kann, um sich vor übelsten Auswirkungen zu schützen. Wir müssen mehr Volumen schaffen. Doch das geht zulasten der Ökologie“, erklärte Matthias Abel.

Hochwasserschutz für Hattrop: Umsetzung nicht vor 2023/24

Die Umsetzung würde „nicht vor 2023/24“ stattfinden. Denn: „Wir sind auf Zuschüsse angewiesen.“ Als nächstes müsse nun die Planung weiter ausgearbeitet und eine Finanzierung in Absprache mit der Bezirksregierung erarbeitet werden. Abel betonte jedoch auch: „Viele der Geschädigten haben einfach sehr nah am Wasser gebaut. Das würde nach heutigem Wissensstand so gar nicht mehr genehmigt.“ ds

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