Hitze ohne große Auswirkungen auf Sterberate

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Die Hitze sorgt in der Regel für eine höhere Sterberate.

Soest -  Das Gewitter am Donnerstag beendete vorerst die Hitzewelle, deren Auswirkungen unübersehbar sind: Felder und Wiesen sind vertrocknet, Flüsse führen kaum noch Wasser. Auf die Bevölkerungszahlen in Soest scheint sich das heiße Wetter aber nur in geringem Maße ausgewirkt zu haben.

Bei der letzten großen Hitzewelle im Jahr 2003 sollen in Europa Zehntausende gestorben sein. Mehr Sterbefälle in den heißen Monaten 2018 in Soest gab es aber nicht – zumindest im Vergleich zum Frühjahr. In den bereits sehr warmen Monaten Mai und Juni starben 39 beziehungsweise 35 Menschen.

Im heißen Juli waren es dann 41 Tote. Im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres ist dies ein deutlicher Rückgang. Im März starben 66 Personen.

Diese Tendenz hält Dr. Philipp Engel, Hausarzt in Bad Sassendorf, aber für normal: „Studien zeigen, dass die Sterberate im Winter höher ist als im Sommer. Allerdings steigt sie eigentlich auch bei Hitze an.“

Im Vergleich zu den Vorjahren ist auch zumindest ein geringer Anstieg feststellbar. 2015 starben im Juli 33 Soester, in den Juli-Monaten 2016 und 2017 mit nur wenigen heißen Tagen gab es jeweils 36 Tote. 2018 waren es fünf Tote mehr. Ob dies nun der Hitze geschuldet ist, lässt sich aber nur vermuten.

Bemerkbar gemacht hat sich die Hitze bei der Arbeit von Dr. Engel in jedem Fall: „Viele Patienten in Altenheimen mussten wir mit Infusionen versorgen, weil sie nicht mehr genügend Flüssigkeit zu sich nehmen konnten“. Für die nächsten Tage ist erst einmal Entwarnung angesagt. Erwartet werden ungefährliche Temperaturen um 27 Grad.

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