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Himbeeren pflegen und vermehren: Einfache Tipps für eine gute Ernte

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Von: Klaus Fischer

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Die Himbeeren haben uns in diesem Jahr mit einer reichen Ernte verwöhnt. Jetzt wird es Zeit, dass wir sie richtig pflegen. Tipps vom Garten-Profi Klaus Fischer.

Soest - Wir unterscheiden Sommer- und Herbsthimbeeren. Sommerhimbeeren tragen einmal am zweijährigem Holz, das sind die altbekannten Sorten und auch die wilden Himbeeren. Herbsthimbeeren tragen, wie der Name schon sagt, im Herbst am einjährigen Holz. Allerdings kann man dieses fürs nächste Jahr stehen lassen, dann tragen sie noch einmal im Frühsommer.

PflanzeHimbeere
Wissenschaftlicher NameRubus idaeus
FamilieRosengewächse (Rosaceae)

Himbeeren pflegen und vermehren: Einfache Methoden für eine gute Ernte

Die Sommerhimbeeren sind längst abgeerntet. Neue Ruten sind gewachsen. Die abgeernteten werden welk und trocken. Sie werden jetzt bodentief herausgeschnitten. Bei den neuen Ruten nehmen wir die schwachen heraus, damit der Bestand nicht zu dicht und damit krankheitsanfällig wird.

Wir binden die neuen Ruten an unserem Himbeerengerüst fest – und damit kann die neue Ernte im kommenden Jahr kommen.

Himbeeren: Einmal oder zweimal ernten?

Bei Herbsthimbeeren müssen wir uns jetzt entscheiden. Wollen wir zweimal ernten, dann nehmen wir nur die abgetragenen zweijährigen Ruten heraus. Sie sind abgestorben. Außerdem dünnen wir den Bestand wie oben beschrieben aus.

Kommt es uns nur auf die Herbsternte an, dann schneiden wir alle Ruten ab. Die Pflanzen bilden im neuen Jahr neue Ruten, die im Herbst tragen. Sie werden üppiger behangen sein als bei zweimaliger Ernte, einen großen Ertragsvorteil werden wir bei der zweimaligen Ernte deshalb nicht erzielen. Die Herbsternte hat den Vorteil, dass sie praktisch madenfrei ist, weil dann die Himbeerfliege nicht mehr unterwegs ist.

Wollen wir unseren Himbeerbestand erweitern oder andere Sorten pflanzen, dann ist das für uns leicht zu machen. Himbeeren kann man auf verschiedene Weise vermehren und zwar durch Ableger, Stecklinge und Absenker. Himbeeren bilden oft Ableger, die manchmal bis zu einen Meter von der Mutterpflanze aufwachsen. Sie sind unterirdische durch einen Wurzelausläufer mit der Mutterpflanze verbunden. Wir können diese Ableger abstechen, mit den Wurzeln aus den Boden heben und am neuen Ort wieder einpflanzen.

Klaus Fischer hat den etwa einen halben Meter von der Mutterpflanze entfernte Himbeer-Ableger vorsichtig mit dem Spaten abgestochen und aus dem Boden gehoben. Er hat viele feine Wurzeln gebildet. Da er wurzelnackt ist, sollte er sofort an seinen neuen Platz gepflanzt werden, danach muss man die Himbeer-Jungpflanze gut angießen und die Ruten stark kürzen.
Klaus Fischer hat den etwa einen halben Meter von der Mutterpflanze entfernte Himbeer-Ableger vorsichtig mit dem Spaten abgestochen und aus dem Boden gehoben. Er hat viele feine Wurzeln gebildet. Da er wurzelnackt ist, sollte er sofort an seinen neuen Platz gepflanzt werden, danach muss man die Himbeer-Jungpflanze gut angießen und die Ruten stark kürzen. © Niklas Fischer

Stecklinge können wir aus den Wurzelausläufern oder aus Ruten machen. Wir heben eine Wurzel aus den Boden und zerteilen sie in zehn Zentimeter lange Stücke. Jedes Teil muss ein Triebauge besitzen. Diese Wurzelstecklinge pflanzen wir dann an neuer Stelle in den Boden. Am besten hebt man eine etwa daumentiefe lange Rille aus, legt alle 25 Zentimeter einen Wurzelsteckling hinein und deckt alles mit Erde zu. Im Frühling werden dann Jungpflanzen aus diesen Wurzelstücken treiben.

Tipp

Egal, mit welcher Methode wir die Himbeeren vermehren wollen: Wir sollten nur gesunde und starke Pflanzen dafür aussuchen und die, die den besten Himbeergeschmack haben.

Man kann auch die älteren Himbeerhorste teilen. Meisten stehen mehrere Ruten recht dicht beieinander. Wir graben einen solchen Horst mit der Grabegabel aus und zerteilen ihn vorsichtig. Jedes Teilstück sollte gute Wurzeln aufweisen. Dann pflanzen wir die Teile an neuer Stelle in den Boden und schneiden abschließend die Ruten herunter. So kann die Pflanze ihre Kraft erst einmal in das Wachstum neuer Wurzeln stecken. Alle fünf bis sechs Jahre sollte man so seinen Altbestand an Himbeeren aufteilen und damit auch verjüngen.

Himbeeren: Stecklinge zur Hälfte ins Beet

Aus den Ruten schneiden wir etwa 20 Zentimeter lange Teile, die oben und unten ein Triebauge haben müssen. Wir müssen darauf achten, dass wir oben und unten nicht verwechseln. Am besten schneiden wir die Unterseite schräg an und die Oberseite gerade. Diese Stecklinge stecken wir zur Hälfte in ein vorbereitetes Beet und halten die Erde immer gut feucht. Man kann sie auch in feuchtes Substrat einschlagen und schattig und geschützt über Winter einlagern und erst im Frühjahr stecken. Ob diese Rutenstecklinge anwachsen, hängt von den Sorten ab, diese Vermehrungsmethode funktioniert nur bei einigen Himbeersorten. Am besten experimentieren wir ein wenig.

Absenker lassen sich ganzjährig machen. Wir biegen eine junge Rute so um, dass ihr oberer Teil (nicht die Rutenspitze) die Erde berührt. Hier sollten sich keine Blätter mehr befinden, um Fäulnis zu vermeiden. Wir fixieren diesen Teil im Boden am besten mit einem zu einen langen „U“ umgebogenen starken Draht, den wir im Boden verankern. Dann bedecken wir diesen tiefsten Punkt der Rute mit Erde. Im Laufe der nächsten Wochen und Monaten werden sich an der abgesenkten Stelle neue Wurzeln bilden. Im Frühling, wenn die Triebspitze neue Blätter bildet, können wir die Jungpflanze von der Altrute abstechen und verpflanzen.

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