Gartenserie mit Klaus Fischer

Heidekraut pflanzen und pflegen, aber richtig - Garten-Experte gibt wichtige Tipps

Heidekraut ist eine Zier für jeden Garten. Doch beim Pflanzen und Pflegen gibt es einiges zu beachten. Was genau, schreibt unser Experte Klaus Fischer.

Soest - Manchmal entwickeln sich die Dinge anders als geplant. Vor einigen Wochen habe ich im Garten ein Stück Rasen in ein neues Blumenbeet umgewandelt. Eigentlich wollte ich es bis zum Frühjahr brach liegen lassen wegen der größeren Staudenauswahl im Frühling. Aber als ich jetzt in der Gärtnerei auf ein großes Sortiment an verschiedenen attraktiven Heide-Sorten stieß, habe ich spontan umgeplant. Der Standort passt für diese Mini-Gehölze, der Zeitpunkt zum Pflanzen auch, also gibt es jetzt ein neues Heidekraut-Beet.

PflanzeHeide
FamilieHeidekrautgewächse
VerbreitungSüdafrika, Europa, Vorderasien

Heidekraut pflanzen und pflegen: Gartenexperte Klaus Fischer gibt Tipps

Zunächst einmal zum Standort: Heidekraut mag am liebsten volle Sonne bis zum Halbschatten. Am besten ist der Boden leicht sauer, locker und gut durchfeuchtet, aber ohne Staunässe. Es gibt zahlreiche Heidesorten. Wir suchen natürlich die winterharten aus, weil das Beet über viele Jahre bestehen soll. Heidepflanzen können gut und gerne an die 40 Jahre alt werden.

So sieht es am Ende aus: Die Heiden und Koniferen werden bündig zur Oberfläche des Beetes eingepflanzt. Auf den richtigen Pflanzabstand muss unbedingt geachtet werden.

Als Nächstes werden Sommer- und Winterheiden unterschieden, wobei es sich dabei um den Blühzeitpunkt handelt. Sommerheide beginnt im August zu blühen bis etwa in den November hinein, die Winterheide startet jetzt mit der Blüte, die bis etwa Mai anhalten kann. Besonders beliebt sind bei uns die Sorten Winterheide, Glockenheide und Grauheide*, schreibt 24Garten.de*.

Zwei Sorten Heidekraut: Blüte im Sommer oder im Winter

Ich habe beide Sorten Heide eingekauft, damit ich mich über einen sehr langen Zeitraum an Blüten im Beet erfreuen kann. Knospenheiden heißen so, weil sich ihre Blüten nicht öffnen. Der Blütenflor hält deshalb länger an, ist allerdings für Insekten völlig uninteressant im Gegensatz zu den „normalen“ Heidekräutern, die eine üppige Insektenweide sind. Ich verzichte deshalb auf Knospenheide.

Natürlich werden auch verschiedene Farbschläge unterschieden von weiß über zartrosa bis hin zu purpur und Lilatöne. Wir sollten für den Garten immer mehrere Pflanzen von einer Sorte kaufen und diese dann im Beet in Gruppen auspflanzen. Das ergibt eine viel bessere Farbwirkung, als wenn alles bunt durcheinander gepflanzt wird. Man rechnet zwischen acht bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter oder einen Pflanzabstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern.

Gartenexperte Klaus Fischer: Große Auswahl an Heidekräutern in Gärtnereien

Als Begleiter für unsere Heide empfehlen sich diverse Zwergkoniferen und -rhododendren, verschiedene Heben, Gräser und Skimmien. Alle diese Gewächse werden jetzt in den Gärtnereien in großer Auswahl angeboten, denn sie haben momentan Hauptsaison. Als Erstes müssen wir ermitteln, wie viele Pflanzen wir anhand der oben angegebenen Daten für unser Heidekraut-Beet benötigen und wie wir ihre Pflanzung planen. Nach dem Einkauf habe ich die Töpfe wie geplant zunächst auf das Beet gestellt, um die Wirkung zu kontrollieren. Man kann jetzt noch das Arrangement verändern, falls der Plan nicht so gut gefällt.

Zuerst werden die Pflanzen in ihren Töpfen auf die Beetfläche gestellt, um die Wirkung zu kontrollieren und gegebenenfalls den Standort zu korrigieren.

Dann beginnt das Pflanzen der Heidekräuter. Die Löcher werden etwas größer als der Ballen ausgehoben und der gut vorbereitete Boden (Kompostgabe vorher) auch nach unten gelockert. Bevor wir die Heiden und Koniferen in die Erde setzen, kommt noch ein sehr wichtiger Arbeitsschritt: Wir müssen die Wurzelballen aufbrechen. Besonders die Heiden haben extrem verfilzte Ballen in der Form des Topfs. Setzen wir sie so in den Boden, können sich die Wurzeln kaum ausbreiten, die Eriken kümmern oder gehen gar nicht richtig an.

Der Wurzelballen muss vorm Einpflanzen aufgebrochen werden, damit sich die Wurzeln im Boden gut ausbreiten können.

Gartenexperte Klaus Fischer: Mit der Schere gegen verfilzte Wurzeln der Heide

Der Filz der Heide ist teilweise so dicht, dass man den Ballen nicht mit den Fingern aufbrechen kann. Ich schneide ihn mehrfach senkrecht mit der Gartenschere ein und breche ihn dann weiter auf. Bei den Koniferen klappt das meistens von Hand, weil sie nicht so verfilzte Wurzeln haben. So vorbereitet, kommen die Pflanzen in den Boden bündig mit der Beetoberfläche. Gut andrücken und angießen nicht vergessen. In den nächsten Wochen sollten wir die frisch gepflanzten Gewächse regelmäßig weiter gießen – und im kommenden Sommer sowieso.

Wenn sich Frost und Kälte ankündigen, greift Gartenexperte Klaus Fischer zum Pinsel. So schützt er im Winter junge Bäume vor der kalten Jahreszeit. Garten-Freunde müssen sich noch einmal um ihren Rasen kümmern, bevor die große Kälte kommt. - *24Garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Klaus Fischer

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