Wie die Plakate laufen lernten

Handy-App erweckt Kirmesplakate zum Leben

Vorstellung der Aktion „Lebendige Kirmesplakate“: Das Jägerken Sebastian Moritz (Mitte) mit Elisabeth Söllner (links) und Hanna Hinrichs vom Stadtlabor.
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Vorstellung der Aktion „Lebendige Kirmesplakate“: Das Jägerken Sebastian Moritz (Mitte) mit Elisabeth Söllner (links) und Hanna Hinrichs vom Stadtlabor.

Die Allerheiligenkirmes erfüllt Plakate mit Leben, sogar wenn sie gar nicht stattfindet – oder gerade deswegen.

Seit Montag hängen in der ganzen Stadt Plakate zur Allerheiligenkirmes, in die man richtiggehend abtauchen kann.

Die animierten Geschichten der fünf Motive sind sehr abwechslungsreich gestaltet – und helfen gegen den Kirmesentzug.

Eine Schiffschaukel mit Soester Skyline schwingt plötzlich runter vom Plakat aus dem Jahr 1965, schwingt zurück – und macht Mut: „Bleib stark Soest“. Auf dem aktuellen Plakat („Kirmes im Herzen“) wird es bunt und wild und laut – Menschen kreischen, Lichter leuchten, Karussells wirbeln. Man fühlt sich gleich, als stünde man an einem Kirmesabend mitten in der Altstadt.

„Für uns war klar: Irgendwas muss in den Kirmestagen passieren. Und mit unseren animierten Plakaten können wir einen kleinen Beitrag zur Kirmes im Herzen leisten.“, so Elisabeth Söllner vom StadtLABOR Soest. Gemeinsam mit Dr. Hanna Hinrichs hat sie das Projekt auf die Beine gestellt.

Am Montag stellten sie die Aktion vor – ließen die App von Jägerken Sebastian Moritz testen. Der war begeistert, probierte gleich alle Plakate aus – die gibt es übrigens auch im Postkartenformat.

Seit Montag werden die Plakate in der Stadt verteilt – an alle städtischen Institutionen, aber auch an Sparkassen oder dem Kulturzentrum „Alter Schlachthof“ hängen sie schon. Händler und Interessenten können sich beim Stadtlabor melden. Das Ganze funktioniert über die kostenlose App „Artivive“, die es für alle gängige Handy-Formate gibt.

Und schon läuft die Kirmes auf dem Handy – ein bisschen zumindest. „Es geht weiter – das ist auch für uns die spannende Botschaft“, so Hinrichs.

Für das Stadtlabor war es mehr oder weniger eine Hau-Ruck-Aktion innerhalb weniger Wochen, für die es Unterstützung aus allen Richtungen gab: Stadtarchiv, Kirmesfreunde, Stadtmarketing – alle leisteten Hilfe. Für die Umsetzung wurde „MXR Storytelling“ aus Gelsenkirchen gewonnen.

Spannend übrigens auch die Zeitreise ins Jahr 1866 – damals fiel die Kirmes wegen einer Cholera-Epidemie aus. Das überwiegend leere Aktions-Plakat füllt sich mit dem historischen Plakat. Das wird mit einem fetten „X“ durchgestrichen – abgesagt. Dann die Hoffnung: „Nächstes Jahr wieder“, ist zu lesen.

Das wollen wir doch auch dieses Mal hoffen.

Und so geht´s

App „Artivive“ auf Handy oder Tablet herunterladen, öffnen und einfach auf das Plakat zielen. Schon startet eines von fünf Kirmeserlebnissen. Viel Freude.

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