Für Soester Kunstsammlung

Künstler verschenkt Soest „Jägerken“-Zyklus

Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer (vorne rechts) freut sich darüber, dass der Künstler Manfred Schulz (vorne links) der Stadt Soest den 46-teiligen Zyklus „Simplicius Simplicissimus“ schenkt. Bei der Feie Übergabe waren dabei (von hinten links) Inez Pannewick, die Nichte des Künstlers, Museumsleiterin Annette Werntze, Beigeordneter Peter Wapelhorst, Vorsitzende Inga Schubert-Hartmann und Inge Elter vom Kreiskunstverein sowie Kultur-Abteilungsleiter Norbert Wex.
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Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer (vorne rechts) freut sich darüber, dass der Künstler Manfred Schulz (vorne links) der Stadt Soest den 46-teiligen Zyklus „Simplicius Simplicissimus“ schenkt. Bei der Feie Übergabe waren dabei (von hinten links) Inez Pannewick, die Nichte des Künstlers, Museumsleiterin Annette Werntze, Beigeordneter Peter Wapelhorst, Vorsitzende Inga Schubert-Hartmann und Inge Elter vom Kreiskunstverein sowie Kultur-Abteilungsleiter Norbert Wex.

Ein Glücksfall für alle Beteiligten“, nennt Soests Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer die Schenkung von Manfred Schulz. Der Hammer Künstler übergab ihm alle 46 Zeichnungen seines Zyklus „Simplicius Simplicissimus“ für die Kunstsammlung Soest.

Soest - Ruthemeyer hatte recht: Die Soester können sich freuen, dass sie jetzt weitere Darstellungen „ihres“ Jägerkens besitzen, denn schließlich gehört es hierher. Und der Künstler freut sich, dass ein Teil seines Werkes dort ausgestellt und aufbewahrt wird, wo er es sich immer gewünscht hatte – im Museum Wilhelm Morgner.

Kein Wunder, dass die Runde ausgesprochen launig war, die zum Unterschreiben der Schenkungsurkunde im Museum zusammengekommen war. Mit von der Partie waren – neben dem Künstler und seiner Nichte Inez Pannewick – vom Kreiskunstverein Inge Elter und Inga Schubert-Hartmann, die den Kontakt zwischen Manfred Schulz und der Stadt Soest hergestellt hatte, Soests Beigeordneter Peter Wapelhorst, Dr. Norbert Wex, der Leiter der Abteilung Kultur und natürlich Hausherrin Dr. Annette Werntze, die Leiterin der städtischen Museen.

Künstler verschenkt „Jägerken“-Zyklus: Barocker Schelmenroman

Da wurde von alten Zeiten geschwärmt, als die Kanadier in Soest stationiert waren. Für sie war Manfred Schulz, der Schauwerbegestalter gelernt und als Plakatmaler gearbeitet hatte, war zwei Jahre lang in Soest tätig. Dabei lernte er die Bördestadt kennen und lieben. Immer wenn er am damaligen Morgner-Haus vorbeigekommen sei, habe er sich gewünscht, dass er später mal dort ausstellen könnte, berichtete Schulz.

Sein Wunsch ist längst in Erfüllung gegangen. Mehrfach war der Künstler in Soest zu Gast. Er stellte nicht nur im Museum Wilhelm Morgner aus, sondern auch im Kreishaus und im Osthofentor-Museum. Unter anderem waren seine Arbeiten gemeinsam mit denen des berühmten Satirikers A. Paul Weber zu sehen. Auch beim Simplizissimus-Kunstpreis war der Hammer Künstler dabei. Seine erste Begegnung mit dem als Simplicius Simplicissimus bekannten „Jägerken von Soest“ schildert Schulz so: Er habe für einen Antiquar gearbeitet, der ihn ausschließlich mit Büchern entlohnte. Eines davon sei der barocke Schelmenroman „Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ von Johann Jacob Christoffel von Grimmelshausen gewesen. Mühsam habe er sich durch das Werk gearbeitet, denn es lag ihm noch in alter Sprache und nicht in neuer Bearbeitung vor. Immerhin inspirierte ihn das Buch aus dem 17. Jahrhundert zu den 46 Zeichnungen, die jetzt Soest gehören. Der Roman ist mittlerweile in eine geläufige Sprache „übersetzt“.

Künstler verschenkt „Jägerken“-Zyklus: Internationale Popularität

Längst hat Schulz in den beiden Grimmelshausen-Städten Gelnhausen und Rechen ausgestellt. Bei einer Schau im damals noch existierenden Pallas-Verlag in Dinker lernte er Inga Schubert-Hartmann kennen.

Abschließend wies Kultur-Abteilungsleiter Wex auf den internationalen Bekanntheitsgrad des Simplicissimus hin Die Popularität des „Jägerken von Soest“ beschränkt sich keineswegs nur auf auf die regional bekannte Symbolfigur. Das „Jägerken“ kenne man sogar in Japan. Schulz‘ Bilderreihe sei der einzige „so große Simplicissimus-Zyklus“, der auch verliehen werden dürfe. Auf diese Weise könne Soest zu allen Gelegenheiten überall auf der Welt auf sich und seine Vergangenheit aufmerksam machen.

Information Der Zyklus hängt bis zum 24. Januar 2021 im Hans-Kaiser-Raum des Museums, ist aber Corona-bedingt nur auf den Monitoren durch die Fenster sichtbar.

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