Haftbefehl gegen Bewohner

Brand im Soester Süden: Zwangsräumung stand bevor

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Als die Feuerwehr eintraf, schlugen die Flammen bereits aus dem Fenster des Schlafzimmers bis zum Dach. Ein Übergreifen des Feuers auf das gesamte Haus konnte noch rechtzeitig verhindert werden.

Soest - Gegen den 71-jährigen Soester, der in der Nacht zu Montag offenbar seine Wohnung im Soester Süden in Brand gesetzt hat, hat die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erlassen. Seine Wohnung sollte zwangsgeräumt werden.

Die 61 Jahre alte Vermieterin, die in der Obergeschoss-Wohnung über dem mutmaßlichen Brandstifter wohnte, hatte ihm das Mietverhältnis gekündigt. Um die Kündigung durchzusetzen, sollte am Montag um 9 Uhr eine Zwangsräumung der Wohnung vollzogen werden. 

Dieser Räumung kam der Beschuldigte auf lebensgefährliche Art und Weise zuvor: Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll er im Schlafzimmer seiner Untergeschoss-Wohnung am Sabine-Rosenbaum-Weg ein Feuer gelegt haben. Um 0.39 Uhr ging die Alarmierung bei der Feuerwehr ein, nachdem die Vermieterin die Polizei gerufen hatte, weil sie in ihrer Wohnung im Obergeschoss auf die starke Rauchentwicklung aufmerksam geworden war.

Großeinsatz der Feuerwehr im Soester Süden

Nur eine Minute später war Jürgen Wirth, Leiter der Soester Feuerwehr, vor Ort und bemerkte unmittelbar die "wirklich ungewöhnlich starke" Rauchentwicklung". "Der gesamte Garten war bereits verraucht, man konnte nicht viel sehen", schilderte Wirth.

Mann wird im Gebäude vermutet

Die aufgeregte Anwohnerin, die sich so wie zwei weitere Personen zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Haus ins Freie gerettet hatte, sagte zu ihm, dass sie ihren Mieter noch nicht gesehen habe, keine Reaktion gekommen sei als sie an seine Wohnungstür klopfte und er vermutlich noch im Gebäude sei. Jürgen Wirth gab diese Vermutung per Funk an seine anrückenden Kameraden weiter.

Auf dieser Mauer mit Blick auf das in Vollbrand stehende Schlafzimmer saß der Verdächtige vollkommen von Rauch umhüllt.


Doch plötzlich kam aus dem dichten Rauch eine Stimme: "Nein, ich bin hier", rief plötzlich der in der Wohnung vermutete Bewohner, der auf einer Mauer im Garten mit Blick auf das in Vollbrand stehende Schlafzimmer saß. Auf die Frage, was passiert sei, habe der Mann lediglich geantwortet, "ich habe nichts gemacht".

Krankenhaus, Festnahme, Haftbefehl

Diese Aussage des Mannes bezweifeln Polizei und Staatsanwaltschaft. Nach der Behandlung seiner Rauchgasvergiftung im Krankenhaus wurde der 71-Jährige festgenommen, am Dienstag erließ die Staatsanwaltschaft Arnsberg einen Haftbefehl gegen ihn. Staatsanwalt Klaus Neulken erklärte, dass dem Mann schwere Brandstiftung vorgeworfen werde. 

Ob es mit Blick auf die Gefährdung der drei anderen Personen, die sich in der Nacht im Gebäude befanden, weitere Tatvorwürfe geben wird, ist laut Neulken derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Jürgen Wirth betonte, wie wichtig es war, dass die Rauchentwicklung schnell gemeldet wurde. Die Flammen schlugen bereits aus dem Fenster des Schlafzimmers bis zum Dach. Ein Übergreifen auf das gesamte Haus konnte durch die Feuerwehr noch rechtzeitig verhindert werden.

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