17-Jähriger aus Soest verhaftet

SOEST ▪ Wegen Totschlags hat am Samstagabend der Haftrichter in Soest einen Haftbefehl gegen einen 17-jährigen Soester erlassen. Er ist dringend tatverdächtig, in der Nacht zum Samstag einen 20-jährigen Mann aus Möhnesee auf der Vorabi-Party im Anno 1888 erstochen zu haben.

Die Tat ereignete sich nach Polizeiangaben gegen 1.20 Uhr während der Vorabi-Fete des Aldegrever-Gymnasiums in der Soester Kneipe „Anno 1888“. Noch in der Nacht hatte eine Dortmunder Mordkommission die Spuren gesichert und gegen 3 Uhr vier Soester Tatverdächtige festgenommen.

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Drei der vier Verdächtigen konnten am frühen Nachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt werden, gegen den vierten erhärtete sich der Verdacht. Der 17-Jährige machte nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Winfried Schnieders keine Angaben zum Tathergang. Zudem fehle auch von der Tatwaffe noch jede Spur. Aufgrund von Zeugenaussagen und Spuren bezeichnete Schnieders die Tat aber als „weitgehend geklärt“.

Im Schockzustand befinden sich viele der Jugendlichen, die am Abend die Vorabi-Party besucht hatten. Von gespannter Stimmung ist immer wieder die Rede, von einem Security-Dienst, der überfordert gewesen sei und von Menschen, die ohne Eintrittskarten durch die Fenster ins Lokal gekommen seien. Andere Besucher sind noch so durcheinander, dass sie gar nichts von sich geben können.

Tödliche Messerattacke im Anno

Gar nichts sagen will auch der Sicherheitsdienst, der am Abend für einen reibungslosen Ablauf sorgen sollte. Marcel Klausmeier von „Freestage“: „Über den Einsatz geben wir keine Auskünfte.“

Anno-Betreiber Martin Müller wirkte am Samstag ebenso betroffen wie viele der Jugendlichen. Dass sich in seinem Lokal eine Gewalttat mit Todesfolge ereignete, machte den Gastronomen sichtlich betroffen. „Bis um Mitternacht lief die Party weitestgehend normal“, so Müller. Erst nachdem man die Jugendlichen unter 18 nach draußen gebeten habe, sei es vor der Tür zu Gewalt gekommen. Später habe er noch ein aufgebrochenes Fenster entdeckt, durch das womöglich Gäste hinein- oder herausgekommen seien.

Lob erhielten Müller, die Security und das Organisations-Team von fast allen Gästen, als sie nach der Bluttat die Party ganz behutsam auflösten. Zunächst wurde die Musik leiser gestellt, dann Licht gemacht und schließlich die Menschen nach draußen geführt. Dass es dabei zu keiner Panik kam, lag wohl auch daran, dass viele der Besucher inzwischen gehört hatten, dass „etwas ganz Schreckliches passiert ist“. ▪ jüv

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