Bekenntnisschulen in Soest

Grüne wollen Patroklischule ohne Konfessionsbindung

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Die katholische Patroklischule ist nach dem Umzug der Georgschule ins Schulzentrum am Paradieser Weg die einzige verbliebene Grundschule in der Innenstadt. Die Grünen möchten sie nun in eine konfessionslose Gemeinschaftsgrundschule umwandeln.

Soest -  Den Glauben an den tieferen Sinn von Bekenntnisschulen haben die Soester Grünen wohl schon länger verloren – wirklich etwas tun konnten sie aber bislang nicht. Jetzt aber wollen sie eine Änderung im NRW-Schulgesetz nutzen und der Patroklischule den Status als katholische Bekenntnisschule nehmen.

Einen entsprechenden Antrag haben sie auf die Tagesordnung der nächsten Schulausschusssitzung am Donnerstag, 18. Juni, um 17 Uhr im Foyer der Georgschule setzen lassen.

Adressat des Antrages ist der Stadtrat, er könnte dank des elften Schuländerungsgesetzes ein Verfahren in Gang setzen, um die Patroklischule in eine Gemeinschaftsschule ohne konfessionelle Bindung umzuwandeln. Und nach Ansicht der Grünen sollte er das auch tun. Schließlich sei eins der im Gesetz vorgesehen Kriterien für eine solche Umwandlung die Absicht des Schulträgers, für einen kurzen Weg der Schüler zu einer Gemeinschaftsschule zu sorgen.

Das sei im Falle der Patroklischule gegeben, argumentieren die Grünen in ihrem Antrag. Sie sei als Bekenntnisschule die einzige Grundschule im Soester Stadtkern. „Kinder aus der Innenstadt, die aufgrund ihres Glaubens die Patrokligrundschule nicht besuchen können, müssen unverhältnismäßig weite Wege auf sich nehmen um beschult zu werden“, schreiben die Grünen.

Ihre Kritik am Sinn von Bekenntnisschulen allgemein begründen die Grünen mit einer veränderten „gesellschaftlichen Realität“. Nur noch rund ein Drittel aller Kinder gehörten landesweit dem katholischen, ein weiteres Viertel dem evangelischen Glauben an. In den Grundschulen seien 17 Prozent konfessionslos, 16,2 Prozent seien Muslime. An der Patroklischule sind von insgesamt 184 Kindern 117 katholisch.

Veränderungen habe es aber auch beim Lehrpersonal gegeben, bis auf die Schulleiter müssten Lehrer inzwischen nicht mehr zwingend dem Bekenntnis der Schule angehören – wenn es um die Sicherung der Unterrichtsversorgung gehe.

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